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Mittwoch, 25. Juni 2014

Als ich mich selbst zu lieben begann...


habe ich verstanden, dass ich immer und bei jeder Gelegenheit,
zur richtigen Zeit am richtigen Ort bin
und dass alles, was geschieht, richtig ist – von da an konnte ich ruhig sein.
Heute weiß ich: Das nennt man SELBST-BEWUSST-SEIN.



Als ich mich selbst zu lieben begann,
konnte ich erkennen, dass emotionaler Schmerz und Leid
nur Warnungen für mich sind, gegen meine eigene Wahrheit zu leben.
Heute weiß ich: Das nennt man AUTHENTISCH SEIN.



Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich verstanden, wie sehr es jemand beleidigen kann,
wenn ich versuche, diesem Menschen meine Wünsche aufzudrücken,
obwohl ich wusste, dass die Zeit nicht reif war und der Mensch nicht bereit,
und auch wenn ich selbst dieser Mensch war.
Heute weiß ich: Das nennt man RESPEKT



Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, mich nach einem anderen Leben zu sehnen
und konnte sehen, dass alles um mich herum eine Einladung zum Wachsen war.
Heute weiß ich, das nennt man REIFE.


Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, mich meiner freien Zeit zu berauben,
und ich habe aufgehört, weiter grandiose Projekte für die Zukunft zu entwerfen.
Heute mache ich nur das, was mir Freude und Glück bringt,
was ich liebe und was mein Herz zum Lachen bringt,
auf meine eigene Art und Weise und in meinem eigenen Rhythmus.
Heute weiß ich, das nennt man EINFACHHEIT.



Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich mich von allem befreit, was nicht gesund für mich war,
von Speisen, Menschen, Dingen, Situationen
und von Allem, das mich immer wieder hinunterzog, weg von mir selbst.
Anfangs nannte ich das „Gesunden Egoismus“,
aber heute weiß ich, das ist SELBSTLIEBE.



Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich aufgehört, immer recht haben zu wollen, so habe ich mich weniger geirrt.
Heute habe ich erkannt: das nennt man BESCHEIDENHEIT.



Als ich mich selbst zu lieben begann,
habe ich mich geweigert, weiter in der Vergangenheit zu leben
und mich um meine Zukunft zu sorgen.
Jetzt lebe ich nur noch in diesem Augenblick, wo ALLES stattfindet,
so lebe ich heute jeden Tag, Tag für Tag, und nenne es BEWUSSTHEIT.



Als ich mich zu lieben begann,
da erkannte ich, dass mich mein Denken behindern und krank machen kann. Als ich mich
jedoch mit meinem Herzen verband, bekam der Verstand einen wertvollen Verbündeten.
Diese Verbindung nenne ich heute HERZENSWEISHEIT.




Wir brauchen uns nicht weiter vor Auseinandersetzungen,
Konflikten und Problemen mit uns selbst und anderen fürchten,
denn sogar Sterne knallen manchmal aufeinander und es entstehen neue Welten.
Heute weiß ich: DAS IST DAS LEBEN !



Charlie Chaplin an seinem 70. Geburtstag am 16. April 1959

Donnerstag, 23. Juni 2011

Vertrauen und Bewußtsein Teil 2

Verantwortungsbewußtes Handel bedeutet nicht, dass wir unsere Vernunft schärfen, sondern das wir unsere Gefühle für das Wohl und Wehe der anderen schärfen.“
Zitat aus dem Roman Sofies Welt


Vorwort

Nach über 2 Monaten wird es Zeit, den versprochenen zweiten Teil meines Essays zu veröffentlichen. Es hat einfach so lange gedauert bis es in mir herein gereift war.
Lassen wir uns nicht täuschen. Nach einem heißen Frühling kommt nun ein noch heißerer Sommer, und damit meine ich nicht die Temperaturen. Zugegeben, wenn man die Meldungen in den Zeitungen ließt, den Aussagen unserer Politiker weiterhin glaubt, nach wie vor einen Arbeitsplatz und Geld auf dem Konto hat, dann kann man sich fragen, warum sich das Gerede von grossen Umbrüchen, Veränderungen anhören, warum sich unnötig Gedanken machen, läuft doch alles gut! .

Wer weiterhin an solche Versprechungen der Politiker, Medien und Funktionäre glaubt, daß die Konjunktur weiter anzieht, der Euro erhalten und stabil bleibt, die Schuldenkrise gemeistert wird, der Libyenfeldzug im Sinne der Menschenrechte geschieht, wir keine Flüchtlingsströme aus Nordafrika befürchten müssen, die festgesetzten radioaktiven Grenzwerte unbedenklich sind, und im übrigen in Fukushima alles unter Kontrolle ist, der lebt weiterhin in einer Welt der Seifenblasen, deren platzen einen sehr tiefen Fall nach sich ziehen kann! Wir sind in der sprichwörtlichen Ruhe vor dem Sturm, der sich in der Ferne zusammenbraut!

Aufwachen bedeutet die Realität zu erkennen und zu akzeptieren, wie sie ist, und nicht wie wir sind aufgrund unserer Wünsche und Vorstellungen gerne (weiterhin) sehen möchten. Dieser letzte Teil reiht sich in die Reihe der vorherigen ein und soll damit ein weiterer Versuch unternommen werden, sein wahres Selbst zu erkennen und damit für all das kommende mit einem Gefühl der Gelassenheit und Zuversicht vorbereitet zu sein.


Was ist Bewußtsein?


"Bewusstsein ist im weitesten Sinne die erlebbare Existenz mentaler Zustände und Prozesse .
Eine allgemein gültige Definition des Begriffes ist aufgrund seines unterschiedlichen Gebrauchs mit verschiedenen Bedeutungen schwer möglich. Die wissenschaftliche Forschung beschäftigt sich vor allem mit den klarer definierten Bewusstseinszuständen.

Der Philosoph Thomas Metzinger erklärt:
„Das Problem des Bewusstseins bildet heute - vielleicht zusammen mit der Frage nach der Entstehung unseres Universums - die äußerste Grenze des menschlichen Strebens nach Erkenntnis.“
„Quelle Wikipedia“

Keine Frage, der Versuch, das Bewußtsein zu beschreiben ist eine sehr komplexe und schwierige Sache, da es aus allen Richtungen Erklärungsmodelle gibt. Hier der Versuch einer Interpretation aus meiner Sicht.

Unser Bewußtsein ist wie eine riesige Werkstatt, in der wir aus Erinnerungen, Vorstellungen, Wünschen und Träumen unsere Realität zusammensetzen, unser ganz persönliches Bild einer scheinbar objektiven Welt. Diese Objektivität ist aber ein Trugbild.

Wie schon mal erwähnt, wissen wir aus der Quantenphysik, dass auf der kleinsten physikalischen Ebene, alles aus sich bewegenden, schwingenden Teilchen besteht, die der Wissenschaft immer noch viele Rätsel aufgeben. Und noch einmal: ALLES besteht daraus, eine massiver Holztisch sowie wir als Menschen.
Der menschliche Körper besteht aus ca. 70-100 Billionen (!) Zellen die in einem harmonischen Zusammenspiel wirken. Jeder Gedanke, jeder Nervenimpuls, der Transport und die Wirkung von Hormonen, alles hängt von der Leistungs- und Kommunikationsfähigkeit der Zellen ab.
Der Zellkern wieder rum, besteht aus einem Atom in dessen Hülle mit rasender Geschwindigkeit Elektronen hin und her schiessen und damit Energie erzeugen. Somit kann man ganz wissenschaftlich sagen:

Der Mensch ist, da ja jede Zelle Verbrennungsenergie erzeugt, reine Energie oder Schwingung!


Die (relativistische) Masse und Energie sind nach Albert Einstein zwei unterschiedliche Beschreibungsformen ein und derselben Größe. Das heißt also, es gibt keinen Unterschied zwischen einer festen Masse und fließender Energie, in Wirklichkeit ist es das Gleiche!
Wenn wir also davon ausgehen, das wir reine „Energiewesen“ sind, dann haben wir mit unserem Bewußtsein die Möglichkeit, diese Energie im Aussen zu lenken, genauer, zu manifestieren. Energie folgt der Aufmerksamkeit.

Nun könnte man meinen, super, dann richte ich meine ganze Aufmerksamkeit auf die Materialisierung eines Porsches 911 oder eines Chalet am Genfer See. So läuft das leider nicht. Als Energiewesen müssen wir auch in Einklang mit dem uns um gegebenen energetischen Umfeld leben. Die Spielregeln oder Gesetze dieser kosmischen Ordnung spielen sich auf einer Ebene ab, die wir mit unserem Verstand nicht erfassen können, bzw. mit unserem Willen nicht beeinflussen können.

Es macht aber einen Unterschied, ob wir von dieser kosmischen Ordnung und ihren Gesetzen „wissen“oder nicht. Es gibt durchaus die Möglichkeit eine „Bestellung beim Universum“ abzuschicken. Darüber und worauf man dabei achten muss, damit Sie „angenommen“ wird gibt es unzählige Bücher, darunter auch einige Bestseller. So wie ich es verstanden habe geht es darum, einen Wunsch innerlich auszusprechen, seine ganze Aufmerksamkeit darauf zu lenken, und ihn dann vollkommen im Geiste loszulassen. Den Rest macht der energetische Fluss des Universums. Danach geht es darum zu erkennen, wann die Bestellung „geliefert“ wurde, und vor allem wie, weil nicht immer das kommt was wir uns wünschen, sondern manchmal das was wir brauchen, auch wenn es für uns zuerst mal nicht angenehm ist. Die kosmische Ordnung ist aber neutral und kennt keine menschlichen Maßstäben von gut oder schlecht, angenehm oder unangenehm. Tausende Leute die das erfolgreich praktizieren sollte man nicht einfach als esoterische Spinner abtun.

„Zeit und Raum sind vor allem Eigentschaften unseres Bewußtseins und nicht Eigentschaften der Welt. Das Bewußtsein des Menschen ist keine passive Tafel, die nur Sinneseindrücke von außen registriert. Es ist eine kreative, formende Instanz. Das Bewußtsein selber trägt dazu bei, unsere Auffassung der Welt zu prägen.“
Frei nach Immanuel Kant


Vertrauen


Damit kommen wir in meinen Augen zum wichtigsten Kapitel dieses Essays. Das Universum, die Schöpfung oder Gott, wie auch immer man es nennen will, hat uns Menschen quasi ein Detektor mitgegeben mit dem wir erkennen können, ob wir im Einklang mit dem allem zugrunde liegenden energetischen Fluss handeln und somit in Harmonie. Ich bin darauf schon öfters eingegangen, und kann es nur Gebetsmühlenartig wiederholen.

Intuition, Bauchgefühl, Herzgefühl sind alles unterschiedliche Begriffe für den einen,gemeinten Wegweiser. Das Problem ist, wir müssen darauf hören, ja erst wieder lernen darauf zu hören, weil wir es in den letzten Jahrzehnten einfach verlernt haben, im Zuge der Rationalisierung.

Das geht nicht, ohne vorher eine riesige „Entrümpelungs- und Reinigungsaktion“ in unserem Verstand durch zu führen.

Was hindert uns daran voll aus unserem Selbst heraus zu leben? Bei diesem Reinigungs-Prozess geht es auch darum, die „Schatten“ (nach C.G. Jung), also allem Verdrängtem aus dem Unbewußten hervor zu holen, um diese im Bewußtsein aufzulösen und zu integrieren. Erst dann verlieren sie ihre mächtige Wirkung und belasten uns nicht mehr länger, erst dann kann man von einem Ganz-Sein sprechen.

Wenn wir den Mut und das Vertrauen haben, diese Schritte zu gehen, dann kann etwas passieren. Unsere innere Stimme: Wir beginnen sie wieder zu hören! Zunächst noch zaghaft und leise, mit zunehmenden Vertrauen immer stärker, unseren Kompass durchs Leben!
Umso öfter wir auf diese Stimme hören, umso mehr wir ihr vertrauen, umso stärker wächst auch das Vertrauen in das Leben, gleichzeitig aber auch das Vertrauen in uns, auf unser Selbst und damit die Erkenntnis, wieviel möglich ist, wieviel wir erreichen können. Wenn wir uns diesem Vertrauen und dem Leben voll hingeben, dann handeln wir mehr unbewusst als bewusst, voll aus unserem Herzen, unserem wahren Selbst, und sind somit automatisch in Harmonie mit dem energetischen, universellen Fluss. Wir handeln aus Liebe und Wahrheit! Religion kommt von lateinischem „Religare“ und heißt nichts anderes als Rückverbindung.

"Und Vertrauen in Gott, Vertrauen ins Leben, Vertrauen in die Natur ist das wichtigste; das Vertrauen ist der eigentliche Schlüssel zur Freiheit des Geistes“
Alan Watts „Die sanfte Befreiung“


Das alles erwähne ich so ausführlich, weil es meiner Meinung nach für die nächsten Monate sehr wichtig werden wird. Mit dem inneren Gefühl der Ganzheit und einem bewußten Geist , dem bedingungslosen Vertrauen ins uns selbst und das Leben, können wir die kommenden Umbrüche mit einem gewissen Gefühl der Gelassenheit betrachten.
Mehr noch, mit dieser Haltung befinden wir uns auf dem richtigen Weg, den Weg der Zukunft, zurück zum Wesentlichen, zum Mensch-Sein, jenseits von all den Exzessen und Auswüchsen der letzten Jahrhunderte, die getragen wurden, von Gier, Wut und Verblendung.

Das Leben gibt uns eine Wahl. Wir können lernen, aus Leid oder Einsicht. Lernen aus Leid bedeutet, dass wir uns gegen den Lebensfluss stellen, gegen Veränderungen, was zwangsweise Anstrengung und Widerstand mit sich bringt, weil unser Ego es so nicht wahrhaben will. Dagegen bedeutet lernen aus Einsicht sich voll und ganz - bedingungslos - dem Fluss den Lebens hinzugeben, im vollen Vertrauen darin mit zu schwimmen, egal,wie unlogisch es unserem Verstand vorkommen mag. Das beinhaltet auch, dass wir unseren Lebensplan (Schicksal) erfüllen, den wir seit unserer Geburt in uns haben.

Bewußtsein und Vertrauen sind also zwei wesentliche Bedingungen unseres Menschseins, ja ich behaupte, sie machen uns erst wieder zu dem was wir schon immer waren und sind: zu Geschöpfen aus reiner Energie und Liebe!

Schlusswort

Bei allem was ich bisher geschrieben habe, erläutert und erklärt habe, ist es mir wichtig zu erwähnen: ich halte es nach wie vor mit dem Ausruf des Philosophen Sokrates „ Ich weiß, das ich nichts weiß!“
Das Universum und das Leben sind viel zu geheimnisvoll, komplex und mysteriös, als das man von einem wirklichen Verstehen sprechen kann, passender sind wohl ein sich hinein geben und Vertrauen in dieses verrückte Spiel namens Leben.

Mit diesem zweiten und letzten Teil ist mein Essay zum Thema Vertrauen und Bewusstsein beendet. Das was ich meine an spirituellen und vernunftmässigen Erkenntnissen in den letzten Jahren gewonnen zu haben, versuchte ich in den letzten Monaten weiter zu geben. Nun werde ich die nächsten Monate sehr aufmerksam beobachten und mich zum rechten Zeitpunkt wieder melden.
Bleibt wachsam und offen...

„Wir müssen diese Umwege gehen, um letztlich unsere Narrheit zu erkennen, dass wir immer schon eins waren, es niemals etwas zu finden gab, sondern wir einfach hätten stehen bleiben müssen, um zu erkennen, dass es schon immer direkt vor unseren Füssen lag. Das Bild des Esels, der ständig der Möhre nachrennt, die vor seinem Augen an einer Schnur hängt, passt dafür sehr gut.“
Alan Watts „Die sanfte Befreiung“

Mittwoch, 6. April 2011

Vertrauen und Bewußtsein Teil 1

„Werde der Du bist“
Friedrich Nietzsche

Meiner Ansicht nach leben wir weiterhin in unsicheren und von Umbrüchen gestalteten Zeiten, auch wenn die grossen Themen wie Japan und Libyen in den ohnehin zensierten Massenmedien nicht mehr täglich auftauchen und somit bei vielen schon aus dem Alltagsbewußtsein verschwunden sind.
Abgehakt und weiter wie bisher, kann es aber auf keinen Fall mehr geben, die Prozesse ob in Japan, Afrika oder auf den Finanzmärkten laufen trotzdem weiter, und zwar ziemlich schnell.

Was können wir tun in dieser speziellen Zeit, um auf der einen Seite nicht noch mehr Angst zu schüren, auf der anderen Seite aber auch Wahrheiten anzusprechen?
Meine Meinung nach ist einer der wesentlichen Punkte, Eigenverantwortung zu übernehmen!
Jeder für sich, in seinem Bereich, wie er es für richtig und wichtig hält. Mit diesem Essay der aus zwei Teilen bestehen wird, möchte ich einen weiteren Teil meiner „Verantwortung“ für diese Zeit des Übergangs übernehmen, und bleibe deshalb bei dem Thema „Ich“ und Dualität. Zum einen weil ich mich damit schon länger auseinandersetze. Zum anderen, und viel wichtigerem, weil es gerade in dieser Zeit des „Chaos“ maßgeblich dazu beitragen kann, einiges anders und besser zu verstehen.

Seit vielen Jahren beschäftigt mich das Thema Selbstbewusstsein. Ganz unterschiedliche Ausprägungen konnte ich dort feststellen. Vielen Personen denen ich in den letzten Jahren im In – und Ausland begegnet bin, strotzten nur so von einem sogenannten Selbstbewußtsein. Gleichzeitig konnte ich aber auch feststellen, das die Grenzen zwischen einem großem Selbstbewußtsein und Arroganz und Überheblichkeit, sehr oft fließend waren!
So konnte ich mir meine Gedanken machen, das Gesehene und Erfahrene reflektieren um schließlich zu der heutigen Überzeugung zu kommen:

Wenn wir uns das Wort Selbstbewusstsein einmal näher ansehen, werden wir feststellen, das es im Grunde genommen aus zwei zusammengesetzten Wörtern besteht: Selbst + Bewußtsein!

Die Frage die sich hierbei als erstes stellt ist, was ist eigentlich das Selbst?
Diese Frage stellten sich schon vor hunderten von Jahren viele große Weisheitstraditionen von den indischen Veden bis zum chinesischen Daoismus.
Jede dieser Traditionen gab verschiedene Antworten, Auslegungen und praktische Erläuterungen.
Aber trotz all dieser Unterschiede, gab und gibt es etwas, was alle weitestgehend gemeinsam haben, die alle miteinander verbindet.

Das was wir im normalen alltäglichen Verständnis als Selbst verstehen und gleichsetzen mit dem „Ego“ als feste Einheit, als Identität ist eine Illusion, eine Projektion unseres Verstandes, unseres Gehirns. Die alten Traditionen behaupten nämlich , das das Selbst und das sogenannte "Ich" nicht identisch sind. Sie sagen vielmehr dass unser nichtgreifbares Selbst schon immer da war und immer da sein wird, ja verbunden ist mit dem Göttlichen/Universum, kein Anfang oder Ende kennt, und somit unabhängig von Geburt und Tod ist.(Übrigens glaubten das auch solche Wissenschaffler wie Einstein oder Heisenberg, die damit im Grunde Mystiker waren)

Nun, das vorausgesetzt, was ist dann das "Ich" das uns heute so wichtig ist?

Nach den alten Traditionen und vor allem auch aus meiner eigenen jahrelangen Praxis mit Meditation, ist das "Ego" ein permanentes, unabänderliches Zusammenspiel von Bedingungen und Ursachen, Intentionen, Empfindungen, Gefühle, Gedanken und Bildern.

Anders ausgedrückt, das „Ich“ ist nicht wie wir fälschlicherweise annehmen, eine feste Entität (Einheit)in unserem Kopf, sondern ein ständiges Wechselspiel von Eindrücken und Empfindungen (was wiederum von der modernen Gehirnforschung in zahlreichen Studien schon nachgewiesen wurde.)

„Je näher Sie hinsehen, desto deutlicher wird ihnen vielleicht auffallen, dass alles, was Sie als Sitz des Ich-Gefühls in Betracht ziehen, sich in etwas anderes auflöst. Statt eines Ich-Kerns erleben Sie etwas Zusammengesetztes: Empfindungen, Stimmungen, Wahrnehmungen und Intentionen, die wie die Besatzung eines Schiffes zusammenarbeiten, dessen Richtung ein Skipper namens Aufmerksamkeit bestimmt.
Sehr leicht schlägt dieser Eindruck eines fluktuierenden Interaktionsprozesses wieder um in das gewohnte Bild eines für sich stehenden Ich. Es scheint der natürliche Lauf der Dinge zu sein, dass Verwirrung sich wieder durchsetzt und die Plackerei einer angstbehafteten Existenz weitergeht.“
Zitat aus „buddhismus für Ungläubige“


Das ist auch die Erklärung, warum wir in unserem Alltag/Leben so oft unzufrieden sind, mit uns hadern, so oft leiden, weil wir ganz einfach aus „Unwissenheit“ an diesem ständig wechselnden Fluss der Sinneseindrücke festhalten, ja uns damit identifizieren, uns darin verlieren, und es schlussendlich auf unser Ego zurückführen von dem wir ja ausgehen, das wir das sind, und quasi ein kleines "Männchen" in unserem Kopf sitzt dem das alles widerfährt, das sich verteidigen und rechtfertigen muss. Dadurch sind wir in ständigen Gegensätzen „gefangen“.

In der Realität, auf der kleinsten physikalischen Ebene, so wie es auch von der modernen Quantenphysik beschrieben wird, gibt es aber kein „Ich“,Beobachter UND Beobachtetes, sind eins.

Mir ist schon klar, das dies alles (noch) schwer zu verstehen ist. Verstehen kann man es eigentlich nicht, im Verstand wird diese Projektion/Illusion ja produziert!Das heißt aber auch, das man kein „Gläubiger“ in welcher Form auch immer sein muss (bin ich auch nicht) ,jeder kann es „unmittelbar“ und natürlich erfahren, ohne Vorkenntnisse.

Das was ich hier versuche zu erklären kann nur ein Fingerzeig sein, jeder der weiter gehen will, der es erleben will, muss versuchen es selbst zu erfahren, indem man zum Beispiel einmal ungestört in die Natur geht, und auf die Sinneseindrücke in den allerersten Sekunden achtet, bevor die verstandesmäßige Bewertung einsetzt.

Nun, das alles behaupte ich im 21. Jahrhundert, im Internet- und Technologiezeitalter, wo der Verstand und das Pragmatische so wichtig sind, Karriere und ich will das und jenes, wo man doch so sehr von seinem "Ego" überzeugt ist!?

Der entscheidende Punkt ist, wir sollten dem Ego den richtigen Platz zuweisen, und dazu gehört als erstes die Wahrheit zu erkennen, das es keine konstante Einheit ist, und somit den ersten Schritt machen uns einiges von unserem selbst produziertem „Leid“ zu nehmen. Und das alles heisst dann nichts anderes, als das wir ein Leben aus unserem Selbst herausführen, das uns ein wenig unabhängiger von all den Wirrungen und Irrungen des alltäglichen Dramas macht.

Es ist jetzt an der Zeit, endlich zu erkennen, wer wir sind!
Wenn wir die scheinbare Trennung (Dualität) zwischen „Ich“ und der Umwelt erkennen, und damit anfangen sie aufzuheben, dann, ja dann wird es für jeden einzelnen und somit für alle um ein vielfaches einfacher und gelassener werden, nicht nur für die noch kommenden Veränderungen.

In der neuen Zeit, nach all den Umbrüchen, wird es keine Dualitäten, Gegensätze mehr geben! Stück für Stück werden sie sich eine nach der anderen auflösen, was dann nichts anderes heißt, als in Einheit zu sein mit allem Leben, mit allen Menschen, mit allem was einen umgibt, und somit eins zu sein mit dem Göttlichen/Universellen, welches unser eigentlicher Kern ist, unser Selbst. Es liegt wohl auf der Hand, das es dadurch überhaupt keine Angst mehr geben kann, da diese ja nur aus einer scheinbaren Trennung gespeist wird.

Und wie soll man das anstellen, gerade in diesen Zeiten anhaltender Angst und Unsicherheit?
Die Antwort: Vertraue dem Herzen!
Das Herz gibt den Weg vor, weil dies schon immer mit der „Quelle“ verbunden war, nur seit Jahren von all dem Ballast verschüttet ist. Nun haben wir aber die einmalige Möglichkeit diesen ganzen angesammelten Schutt zu sprengen, uns endlich davon zu befreien und im Einklang mit uns selbst zu leben.

Dazu bedarf es Mut und vor allem ein öffnen des Herzens. Ich weiss aus eigener Erfahrung, wie schwer und schmerzlich das sein kann, aber gerade jetzt heißt es, weitergehen,immer weiter ,durch die Angst hindurch, mitten ins Herz!
Vertrauen und Mut loszulassen, ins „Unbekannte“ springen, sind dafür die entscheidenen Eigenschaften.

Wir brauchen und können nicht die Welt verändern, wenn wir uns selbst ins Gleichgewicht bringen, wird das bald die Welt ins Gleichgewicht bringen!

Heute habe ich versucht zu vermitteln, was ich unter dem „wahren Selbst“ verstehe und damit einhergehend mit dem Begriff Selbstbewusstsein. Im 2. Teil werde ich mich dem Begriff Bewußtsein und dem damit verbundenen wichtigem Thema Vertrauen widmen.