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Freitag, 20. Januar 2012

Über Gott und die Welt Teil 2

Das Königreich Gottes

Somit kommen wir zum nächsten großen Thema, welches Gegenstand dieses Gesprächs unter dem klaren Nachthimmel war: Die Rückkehr des Königreich Gottes auf Erden!
Von dessen Rückkehr waren die beiden ja felsenfest überzeugt. Gott wird in all die menschlichen Fehlentwicklungen eingreifen, Leid, Schmerz und Tod beenden, und damit das Paradies auf Erden wieder herstellen, in dem die Gerechten ihren verdienten Platz haben und das Böse verbannt ist. Das wiedergefundene Paradies auf Erden! In diesem Zusammenhang ist es wichtig zu betonen, das nach Auffassung Ihrer Glaubensgemeinschaft, wie auch der jüdischen und christlichen, nur die Gerechten und Guten ,die „Werke“ vollbracht haben, in dieses neue Paradies aufgenommen werden. Der ganze „Rest“, also die, die sich nicht der Bibel und einer institutionellen ( kirchlichen ) Autorität unterworfen haben, werden in der ewigen Verdammnis landen.

„Für Juden und Christen bezeichnet Gottes Reich eine Welt, in der Gottes Wille geschieht, der alles Böse überwunden und alle Schuld vergeben hat, so dass Leid, Schmerz und Tod ein Ende haben. Nicht erst im Jenseits, sondern bereits hier auf Erden soll dieses Reich Gestalt annehmen.
Gottes Reich verhält sich nach jüdischer wie christlicher Tradition nicht ergänzend, überbietend und absichernd, sondern begrenzt, relativiert und kritisiert alle menschliche Machtausübung und alle irdischen Herrschaftssysteme als ihre endgültige Zukunft.“

Quelle: Wikipedia

Ich persönlich glaube nicht, das etwas von Außen kommen wird, um uns in irgendeiner Form von ( selbstverursachten ) Leid und Schmerz zu befreien. Ich bin ein erbitterter Verfechter von Eigenverantwortlichkeit und davon, das Menschsein heißt, sich kontinuierlich zu entwickeln und, ganz wichtig, Lektionen zu lernen!

„Benutze die Zeit nicht leichtfertig, die dir zu verbringen gegeben ist. Gehe fürsorglich mit ihr um, damit dir jeder Tag neue Reife, neue Einsichten und ein neues Bewusstsein schenkt!"
E. Kübler-Ross

Womit wir bei der aktuellen Zeit und ihren Problemen wären.Wir leben in einer Zeit, wo vieles im Außen passiert und viele sich offensichtlich unkontrollierbaren Kräften und Mechanismen hilflos ausgeliefert fühlen. Bestes Beispiel ist dafür momentan Griechenland. Sparreformen, Steuererhöhungen, Entlassungen. Natürlich, für den Einzelnen fühlt sich das an, als würde ein plötzlicher Orkan über seinen Kopf hinwegfegen. Aber auch hier, insbesondere hier, muss man genauer hinschauen. Vieles ist über die Jahrzehnte selbst verursacht worden, und man dachte, man könne so bis in alle Ewigkeit weitermachen. Ohne Zweifel, die Gier und die Korruption von vielen Politikern, Finanzhaien, Funktionären, und wie man jüngst gesehen hat, sogar von kirchlichen Würdenträgern, hat dafür den Nährboden bereitet, und die Strukturen immer mehr ausgehöhlt. In meinen Augen kann die Lösung nur in einem inneren Transformationsprozess liegen, in allen gesellschaftlichen Bereichen, vom Spitzenpolitiker bis zum einfachen Bauern. Danach erst können im Außen neue Strukturen aufgrund den Erkenntnissen dieser Bewusstseinserweiterung aufgebaut werden Und wie soll diese Bewußtseinserweiterung nun aussehen? Einfach ausgedrückt „vom Ich zum Wir“! Dazu bedarf es zuerst mal der durchschlagenden Erkenntnis was das „Ich“ wirklich ist. Und das ist momentan noch ein langer Weg, auf dem viele sich noch nicht einmal befinden.

„Sondern das Königreich des Vaters ist ausgebreitet über die Erde, und die Menschen sehen es nicht.“
apokryphes Thomasevangelium

„Gott ist mir näher, als ich mir selber bin. In welcher Seele „Gottes Reich“ sichtbar wird und welche „Gottes Reich“ als ihr „nahe“ erkennt, der braucht man nicht zu predigen noch Belehrung zu geben: sie wird dadurch belehrt und des ewigen Lebens versichert. Wer weiß und erkennt, wie „nahe“ ihm „Gottes Reich“ ist, der kann mit Jakob sagen: „Gott ist an dieser Stätte und ich wußte es nicht“; nun aber weiß ich´s.“
Meister Eckhart

Quelle Wikipedia


...was heißt das nun für unsere Zeit?

"Ich bin das Licht für die Welt. Wer mir nachfolgt, irrt nicht mehr in der
Dunkelheit umher, sondern folgt dem Licht, das ihn zum Leben führt."

Jesus von Nazareth

Wir leben im 21. Jahrhundert, seit einigen Tagen im Jahr 2012. Meiner Meinung nach, kann es nicht mehr um eine Art der Unterwerfung und des blinden Gehorsams unter irgendein Dogma, eine Kirche, eine Lehre oder einen Guru gehen. Jeder von uns hat in sich die Kapazität, sein eigener Guru zu sein, seinen eigenen göttlichen Funken zu entdecken!

Die menschliche Evolution geht weiter. Meiner Ansicht nach stehen wir an einer entscheidenden Schwelle, zwischen Erweiterung und Stagnation. In dieser Zeit, in diesem Jahr und den folgenden, können wir den entscheidenden Schritt vollziehen, die wahre Natur unseres begrenzten, körperlichen Selbst zu erkennen und das wahre, zeitlose Selbst dahinter zu befreien. Das bedeutet nicht, das dieses Ego dann verschwindet. Wir erkennen nur seine Begrenztheit und tanzen dann spielerisch mit ihm durch die Welt. Wenn Angst und Begierde erst mal transzendiert sind, entsteht Mitgefühl von alleine. In diesen Tagen, in dieser besonderen Zeit, kann es nur noch darum gehen, zu erkennen wer wir wirklich sind, um die große Befreiung für uns und den Planeten zu erreichen.

„Dabei ist es so einfach, sich an die Wahrheit zu erinnern und heimzukehren: Ich bin nicht meine Gedanken, Emotionen, Sinneswahrnehmungen und Erfahrungen. Ich bin nicht mein Lebensinhalt. Ich bin das Leben selbst. Ich bin der Raum, in dem alles geschieht. Ich bin Bewusstsein. Ich bin das Jetzt. Ich bin.“
Eckhart Tolle
Natürlich gibt es momentan genug Anlass sich Sorgen zu machen. Aber seien wir ehrlich. Für die meisten drehen sich diese Sorgen um den Benzinpreis oder ob das Steak auch wirklich “well done” ist. Wir leben nachwievor auf einem gewissen Wohlstandsniveau. In anderen Ländern sterben Kinder in den Armen Ihrer Mütter! Es gibt viel Ungerechtigkeit und Elend auf der Erde und das obwohl wir genügend Wohlstand und Reichtum für alle hätten. Die Verteilung ist nur ungerecht. Und das ist von bestimmten Interessengruppen auch so gewollt. Bestimmte Güter werden künstlich knapp gehalten. Wenn man das alles so hört, sieht, liest und versteht, kann man sehr schnell wütend werden, und sich fragen: Was kann ich tun?

Es gibt in dieser komplexen Welt mit Ihrer Bandbreite an Problemen keine einfachen Lösungen. Zumindest kenne ich keine, und kennen auch keinen der Sie zur Hand hat. Und bei manch einfachen Lösungen muss man auch ziemlich aufpassen, von wem sie kommen. Ich glaube, dass es nur gemeinsam möglich ist, in einem neuen individuellen und kollektiven Bewußtsein unsere Probleme der Zeit zu lösen.

Trotz alledem, bin ich aus eigener Erfahrung fest davon überzeugt, es ist nicht so entscheidend was alles noch kommt, sondern viel mehr, wie wir auf das reagieren was kommt. Da wird sich die Spreu vom Weizen trennen! Wir können aber entscheiden wie wir in Zukunft leben wollen? Oder anders ausgedrückt, wie wir heute schon leben wollen! Wollen wir zurückkehren zur vollen Eigenverantwortung für unser Tun und Handeln? Gleichwohl für unser Nichttun! Einfach, für unser selbstbestimmtes Leben! Unabhängig was Politiker beschliessen. Ich bin davon überzeugt, das für diejenigen, die zu dieser Verantwortung zurückkehren, alle kommenden Entwicklungen und Ereignisse glimpflicher und ruhiger ablaufen werden.

Somit können wir am Ende dieses Essays sagen, das Königreich Gottes ist schon da, und zwar hier auf Erden. Vielmehr war es schon immer da, und zwar in uns! Wir sind das Licht dieser Welt! Zu erkennen wer wir in unserem Innersten wirklich sind, ist meiner Meinung nach die größte Chance und gleichzeitig die größte Herausforderung eines jeden Einzelnen in diesem Jahrhundert!

„Die wichtigste Transformation oder Transzendenz besteht jedoch in der wachsenden Fähigkeit, sich in andere hineinzuversetzen, also nicht bloß einzusehen, daß andere die Dinge anders sehen, sondern deren Perspektive tatsächlich innerlich rekonstruieren zu können, in ihre Haut zu schlüpfen. „
Ken Wilber, Eros, Kosmos, Logos




Samstag, 14. Januar 2012

Über Gott und die Welt Teil 1

Einleitung

Dieser Artikel, der nun mehr zu einem Essay geworden ist, liegt mir schon seit Kroatien sprichwörtlich auf der Seele. Endlich habe ich hier die Zeit und Muse gefunden, ihn zu verfassen und heute zu veröffentlichen.

Nach Zadar, traf ich am nächsten Tag auf einem eigentlich geschlossenen Campingplatz zwei Schweizerinnen. Wir drei waren die einzigsten Zelter auf diesem Platz, und mussten noch nicht einmal etwas bezahlen, da der Besitzer nie auftauchte.
Ich traf schon in den frühen Morgenstunden ein, da ich einfach müde war, und hier einen halben Ruhetag einlegte. Die beiden Schweizerinnen, Anja und Charlotte*, waren seit 2 Tagen auf dem Platz. Sie machten eine Rundreise mit Ihrem Auto entlang der italienischen und kroatischen Küste. Schnell kam man ins Gespräch, was nicht schwer ist wenn man nur zu dritt auf einem Campingplatz ist, und zudem nur zwei Plätze voneinander entfernt liegt.

Ich wusch meine Wäsche, legte mich in die Sonne, und machte ein paar Einkäufe. Die beiden Eidgenössinnen waren tagsüber auch unterwegs, und kamen erst am späten Nachmittag zurück. Sie waren gerade dabei ihr Abendessen auf einem eindeutig grösseren Gaskocher als meinen zu zubereiten, als ich zu Ihnen kam um ein wenig zu plaudern.

Ich hatte schon gegessen, wurde aber prompt von Anja auf einen Teller Reis und ein Glas Weißwein eingeladen. Das nenne ich mal Schweizer Gastfreundschaft. So saßen wir an einem lauen Oktoberabend gemütlich zusammen und fingen an zu plaudern.
Nach wenigen Sätzen über meine Radtour und Ihre Autoreise, kamen wir irgendwie auf das Thema Religion. Schnell stellte sich heraus, die beiden sind Zeugen Jehovas! Eindeutig die Jüngsten ( 20 und 21) die ich jemals getroffen habe, oder überhaupt traf. Ich musste zuerst mal überlegen, und kam dann zu dem Entschluss, bei mir standen noch nie welche vor der Haustür. Diese Gelegenheit wollte ich natürlich nutzen, um mehr über diese Glaubensgemeinschaft zu erfahren, und so entstand eine interessante Diskussion über Gott und die Welt, im wahrsten Sinne des Wortes.

Eines möchte ich von vornherein klarstellen. Die beiden waren sehr nett und hilfsbereit, luden mich zum Essen ein. Das hat sie in erster Linie als hilfsbereite und freundliche Menschen ausgezeichnet. Ob sie Zeugen Jehovas sind oder Osho-Jünger, bleibt davon völlig unberührt, und spielt für mich auch keine Rolle. Mir haben sie sich als freundliche Mitmenschen präsentiert, und das war das Entscheidende. Danach habe ich sie beurteilt und nicht nach ihrer frei gewählten Glaubensrichtung. Natürlich, diese Gemeinschaft ist für ihren missionarischen Eifer bekannt ist, von dem ich aber an diesem Abend nichts bemerkte. Ich respektiere voll und ganz Ihre Entscheidung und Ihre gewählte Glaubensrichtung, so wie ich jede andere Richtung auch respektiere. Jeder sucht sich sein eigenes Heil.

Trotz dem eben gesagten, muss es möglich und erlaubt sein, auch kritische Anmerkungen dazu zu machen. Und auch diesbezügliche Fragen zu stellen, was ich auch machte, wie ich es nun darstellen werde. Ich war neugierig endlich mal etwas über die Motive und Ziele dieser Gruppe zu erfahren, die man bei uns nur vor Supermärkten oder vor der eigenen Haustür sieht. Insbesondere von zwei solch jungen Menschen, die sich diesem Glauben voll verschrieben haben, wie ich schon nach kurzer Zeit feststellte. Im Grunde ging es mir um zwei Fragestellungen: Warum lauft ihr von Haustür zu Haustür, und was wollt ihr damit erreichen?

Frage eins war relativ schnell klar: Missionieren. So formulierten es die beiden natürlich nicht, sondern eher in die Richtung, die Leute aufzuwecken, und von der „Wahrheit“ zu überzeugen. Das haben wohl grundsätzlich alle monotheistischen Religionen gemein, ob der Pfarrer von seiner Kanzel predigt, oder ein Zeuge Jehova's vor der Haustür steht. Was mich schon immer an diesem missionieren störte, war der Anspruch einer absoluten Wahrheit , und der Absolutismus der eigenen Religion, und somit die Nichtigkeit der anderen Weltreligionen und Weisheitstraditonen. Statt das zu Verbindene zu suchen, wird der Fokus auf das Trennende und Unterschiedliche gelegt. Und, auch wenn es immer wieder gerne geleugnet wird, mehr Schäfchen im Stall bedeutet auch mehr Münzen im Klingelbeutel.

Nach einigem hin und her, ein paar kritischen Kommentaren und Anmerkungen meinerseits kam die ultimative Gegenfrage von Anja:„ Warum gibt es dann das Böse in der Welt?!“
Da war Sie, die Frage der Fragen! Warum gibt es Kriege, Morde, Hunger, Vergewaltigungen, Diebstähle, Schlägereien, fiese Chefs, Drogen und das Dschungelcamp auf RTL??
Ich wollte zuerst mal nichts darauf antworten und fragte Sie.

Antwort Anja: Weil in uns Menschen das Böse ist! Luzifer, Satan, der Teufel spielen hier eine Runde mit. In seiner grenzenlosen Liebe hat Gott uns die von ihm erschaffene Erde übergeben, damit wir sorgsam mit ihr umgehen, und hier ein schönes Leben haben. Wie wir alle wissen, sieht die Realität leider anders aus. Deshalb wird Gott sehr bald eingreifen, um all die Fehlentwicklungen - und Tritte der Menschheit zu korrigieren und das Königreich Gottes auf Erden wieder herzustellen.

Wow, das war mal eine Antwort. Nun kommt der Haken an der Geschichte: Nur die Gläubigen, die „Werke“ vollbringen, und Ihr Leben ganz nach seinen Regeln ausgerichtet haben, also zum Beispiel Anja und Charlotte, werden dann im Königreich Gottes leben dürfen, im neuen Paradies auf Erden. Der ganze Rest, und das dürfte momentan wohl die Mehrzahl der Menschheit sein, inkl. mir, haben ganz schön gelitten. Wir leben nicht im Einklang mit den Geboten und Regeln der Bibel, wie zum Beispiel kein Sex vor der Ehe, Besuch von Gottesdiensten, Bibelstudium, und gehen nicht von Haustür zu Haustür, um die Menschen vor der Verdammnis zu retten. Somit haben wir keinen Platz im neuen Königreich auf Erden, und werden in der Verdammnis landen!

Ich insistierte, was ich denn tun könnte um diesem Elend zu entgehen.
Anja: „Erkennst du die Bibel als Autorität an?“
Ich: „Nein!“
Anja: „ Tja...“
Das wars dann wohl mit meiner Rettung!

Irgendwann wurden wir alle müde und gingen in unsere Zelte. Ein wirklich interessanter Abend, mit einem interessanten Gespräch. So interessant, das ich mich während der nächsten Tage und Wochen immer wieder daran erinnerte. Beim Abschied am nächsten Tag, gab mir Charlotte eine Ausgabe Ihrer „Mitgliederzeitung“ mit. Während der Tour lass ich sie mir durch. Harter Stoff, da haben sich einige Leute wirklich Gedanken gemacht.
Ein Beispiel? „Heute ist wissenschaftlich anerkannt, dass dass Universum einen Anfang hatte, womit der Glaube an einen Schöpfer ohne weiteres übereinstimmt: „ Im Anfang erschuf Gott die Himmel und die Erde“ (1. Mose 1:1) Ganz anders verhält es sich, wenn man das Leben und das Universum als das Werk eines genialen Schöpfers sieht, der über eine Fülle dynamischer Kraft“ oder Energie verfügt. Das würde erklären, woher die komplexen Informationssysteme des Lebens kommen, und warum in aller Materie – von den gewaltigen Galaxien bis zu den winzigen Atomen – äußerst fein abgestimmte Kräfte wirken (Jesaja 40:26)"

Eine Vermischung von wissenschaftlichen Erkenntnissen und Zitaten aus der Bibel.
Mit diesem Essay, möchte ich versuchen ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen, und den aufgeworfenen Fragen und Thesen nachspüren. Das ganze geschieht auch für meine eigenen Fragen. Irgendwo lass ich mal „spirituell, aber nicht religiös“. So würde ich mich selber einschätzen. Ich glaube durchaus an eine unsichtbare, universelle oder auch göttliche Kraft, die in uns und in allem Formen auf der Erde wirkt. Und vor allem, glaube ich an eine universelle (göttliche) Führung im Leben, wenn man sie erkennt und sich darauf einläßt. Mittlerweile besteht da nach so vielen Erfahrungen auf meinen Reisen, kein Zweifel mehr.

Soviel zur Einleitung. Beginnen wir mit dem „Bösen in der Welt“.

Gut und Böse

Denn an sich ist nichts weder gut noch böse; das Denken macht es erst dazu.
William Shakespeare, Hamlet

Gut und Böse.Schwarz und Weiß. Tag und Nacht. Warm und Kalt. Christ oder Moslem. Man könnte die Reihe beliebig lange fortsetzen. Dualismen oder Gegensätze aus denen unsere Welt besteht und hervorgeht. Alina ging es ja darum, um die beherrschende, für Sie unbeantwortete Frage: Warum gibt es das Böse in einer Welt die erfüllt ist mit der Liebe Gottes?

Was ist Böse? Was ist Gut? Ist man böse wenn man seine Frau schlägt, das Finanzamt betrügt oder Konflikte mit Gewalt löst ? Ohne Zweifel, viele würden das so sehen. Heißt das dann im Umkehrschluss, der Mensch ist automatisch Gut, wenn er seine Frau nicht schlägt, ordentlich seine Steuern bezahlt und Konflikte mit Reden löst?
In den letzten Jahrhunderten haben sich die Philosophie und die Religionen darüber den Kopf zerbrochen, mit teils ganz unterschiedlichen Aussagen. Hier ein paar Beispiele:


Taoismus
„Das Dao hat im Daoismus die Bedeutung eines der ganzen Welt zugrunde liegenden, alldurchdringenden Prinzips. Es ist die höchste Wirklichkeit und das höchste Mysterium, die uranfängliche Einheit, das kosmische Gesetz und Absolute. Aus dem Dao entstehen die „zehntausend Dinge“, also der Kosmos, und auch die Ordnung der Dinge entsteht aus ihm, ähnlich einem Naturgesetz, doch ist das Dao selbst kein omnipotentes Wesen, sondern der Ursprung und die Vereinigung der Gegensätze und somit undefinierbar.
Das Wirken des Dao bringt die Schöpfung hervor, indem es die Zweiheit, das Yin und das Yang, Licht und Schatten hervorbringt, aus deren Wandlungen, Bewegungen und Wechselspielen dann die Welt hervorgeht“

Christentum"Aus einer von Jesu Botschaft inspirierten Sicht kann das Böse als solches nicht von Gott gewollt sein, dies widerspräche Gottes alle Geschöpfe umfangender Liebe. Die Möglichkeit des Bösen resultiert daher aus christlicher Sicht aus der Fehlbarkeit endlicher, von Gott zu verschiedenen Stufen selbständigen Wirkens ermächtigter Wesen“

Philosophie
"Benedict de Spinoza kennzeichnete das Böse als subjektive Zuschreibung: das was die Selbstbehauptung des Einzelnen hemme, nenne der Betreffende „böse“ (entsprechend umgekehrt gilt dies ihm zufolge ebenso für den Begriff „gut“)“

„Im Handbüchlein der Moral beschreibt Epiktet dass ebenso, wie ein Ziel nicht zum Verfehlen aufgestellt werde, das Schlechte kein Ziel sein und in der Weltordnung und im Sein keine Erstursache haben könne. Das Böse könne jedoch auch als solches angestrebt werden. Dabei wirft Wille zum Bösen die Frage nach dem Ursprung des Bösen auf.“

- Quelle: Wikipedia-
Wir sehen, ganz unterschiedliche Ansichten und Aussagen. Meine ganz persönliche Interpretation ist, das wir bei der Geburt aus dem reinem Gewahrsein oder Bewußtsein in eine körperliche Form geboren werden. Dadurch vergessen wir zuerst einmal unseren Ursprung, und machen unsere Erfahrungen als menschliches Wesen (Kleinkind, Prägungen, Erziehung, Schule, Beruf, Familie usw.) Und diese sind bestimmt nicht immer gut, schön und nett, sondern auch unangenehm, schmerzlich und leidvoll. So beginnen wir uns als menschliche Wesen zu entwickeln, und kreieren aus diesen Erfahrungen unsere eigene, individuelle Lebensgeschichte, an die wir uns immer wieder zurückerinnern, die uns oft belastet, und die wir manchmal am liebsten abschütteln wollen. Unser Gehirn produziert offensichtlich einen endlosen Gedankenstrom, der dazu führt, dass wir meistens in der Vergangenheit verharren, oder von einer rosigen Zukunft träumen. In der Gegenwart, im jetzigen Moment sind wir meistens nie, vielleicht kurz, aber nie ganz!

Tabula Rasa
"Der Philosoph John Locke verwendet diese Vorstellung als Metapher für den menschlichen Verstand bei der Geburt („ein unbeschriebenes Blatt“). Dieser wird im Verlauf des Lebens durch die Erfahrung geprägt.“

Quelle: Wikipedia

Schlussfolgerung

Gut und Böse entstehen erst durch uns, unsere Tat. Wir sind geprägt und konditioniert durch verschiedenste Personen und Umstände:Kindheit, Erziehung, Schule, Freunde, Partner, Familie Kollegen, TV, Werbung, Medien.
Bei vielen läuft das wie ein automatisches Programm ab, das sie lenkt und steuert, und glauben lässt, ich kann daran nichts ändern, so bin ich. Die Ausschaltung dieses Automatismus liegt im Gewahr werden. In dem Moment, in dem wir uns unserer Handlung voll bewußt werden,uns nicht blindlings unserer Wut, Aggression oder Gier hingeben, haben wir eine Wahl, haben wir einen freien Willen uns anders zu verhalten, wie es uns unser konditionierter Geist weiß machen will. Der Schlüssel liegt in der Achtsamkeit, in dem kurzen Moment des Innehalten unmittelbar vor der Handlung. Und dann können wir sehr wohl entscheiden, ob wir zuschlagen, betrügen, mißhandeln, verspotten, oder nicht. Wir haben die Wahl, immer!

*Namen wurden geändert

- Fortsetzung folgt -

Mittwoch, 4. Januar 2012

Der etwas andere Jahresrückblick

Der Mensch kann zwar tun, was er will, aber er kann nicht wollen, was er will
Arthur Schopenhauer


Was für ein Jahr 2011, oder? Und was für eine Zeit, richtig? Wo wir schon dabei sind, ist es euch auch so vorkommen, sie vergeht immer schneller. „Zeit ist relativ“ erwähnte Albert Einstein einmal, meinte also damit, das sie keine feste Größe im Universum sei. Bei dem was ich dieses Jahr erlebt habe, kam es mir öfters so vor vieles ist realtiv - nicht nur die Zeit!

Nun möchte ich beginnen, ein wenig Rückschau halten, ein wenig mich besinnen, hineinhorchen, was war wichtig, was unwichtig – nein -was bewegte mich dieses Jahr, mich ganz persönlich. Wo anfangen von zwölf Monaten, von so vielen Erlebtem? Wie wäre es mit Januar, oder, ich erlaube es mir, ich fange in Indien an, obgleich diese Geschichte schon im Dezember 2010 begann.

Dezember bis Februar

Indien. Gurus.Kühe. Hitze. Bettler. Dal. Was verbindet man nicht alles mit diesem Subkontinent. Jeder etwas anderes. Vieles habe ich gelesen, vieles gehört, viele Halbwahrheiten und manche Zerrbilder. Vorbereiten wollte ich mich, auf dieses Andere, dieses Neue, dieses Überraschende, auf die Hitze, auf die verkrüppelten Bettler, die lärmenden Rikschas und das Elend von Mensch und Tier. Kann man das, sich vorbereiten, auf eine andere Kultur, Religion und Weltanschauung? Ich versuchte es jedenfalls, laß Reiseberichte im Internet, suchte nach Websites von Backpackern, hatte Emailkontakte, lieh mir Reiseführer und Reisebücher aus. All die Empfehlungen, Tipps und Tricks, findet man in diesen Büchern, um nicht in jede Touristenfalle reinzutappen, Lehrgeld würde ich wohl zahlen – doch die Summe wollte ich so gering wie möglich halten.

Mein erstes Lehrgeld zahlte ich schon in der ersten Nacht. Müde und verschwitzt stieg ich in das Taxi, Prepaid – Taxi, ein Tipp, mit Quittung, jawohl, der fährt auch dahin, wohin du willst, und nicht wohin er will. Während der Fahrt, versuchte ich zu dem Fahrer eine Beziehung aufzubauen, unterhielt mich mit ihm, jawohl, fragte nach seiner Familie und Kinder. Gebracht hat es wenig, die Quittung am wenigsten, vor dem Hotel gab ich ihm mit der Faust in der Tasche den erhöhten Betrag, Centbeträge, aber die Prinzipientreue war noch hoch. Die Strassen waren leer um diese Zeit, nach Mitternacht, ich alleine, in dieser Stadt namens Chennai, und auf diesem Subkontinent, fühlte mich ausgeliefert, wem kann ich vertrauen – niemanden, so lernte ich schon diese Lektion; 2 Stunden nach meiner Ankunft.

Der nächste Streich folgte sogleich, das nächste Abmelken, der nächste Glaubenssatz wurde gebrochen. Im Hotel – soweit dieses Gebäude, und das anschließende Zimmer den Namen überhaupt verdient – zeigte ich stolz meine ausgedruckte Email, clever und vorbereitet – so dachte ich - hatte ich ein Zimmer im voraus gebucht, mit Preisbestätigung. Der nette „Deskmanager“ erklärt mir mit seinem milden Lächeln, das er wahrscheinlich schon so vielen Neulingen aus Europa gezeigt hat, der Zimmerpreis hätte sich erhöht, und zwar seit gestern. Natürlich, was glaubt er wen er vor sich hat? Einen müden und naiven Deutschen!
Sieht er nicht mein Bedürfnis nach Schlaf? Die Prinzipientreue hält noch, auch jetzt, ich kämpfe noch, um mein Recht, oder um mein Ego? Will nicht aufgeben, insistiere, beschwere mich und schaue dabei fortwährend in ein grinsendes Gesicht. Die Schlacht ist verloren, genug für den ersten Tag, die erste Nacht, ein Inder trägt meinen Rucksack ins Zimmer, er öffnet die Tür, ich bin versucht aufs Bett zu fallen, tot, endlich Ruhe, doch da halte ich inne, eine Lektion fehlt noch.
Indien, 1.15 morgens, ich hüpfe unter den Wasserstrahlen des verkalkten Duschkopfes hin und her, gehe dann zurück zu diesem etwas, das ein Bett sein soll, rühre die Decke nicht an, möchte mir den befürchteten Anblick darunter ersparen, breite stattdessen mein Laken aus – Vorbereitet, nicht wahr – an der Zimmerdecke dreht der Ventilator einsam seine Runden, unter ihm liegt ein kaputter Europäer, ich beobachte seine Drehungen, ich liege, schlafe aber nicht, überlege, was erwartet mich morgen, genauer heute früh,und falle irgendwann in einen Dämmerschlaf..
Gott würfelt nicht
Albert Einstein

Zuerst einmal die Sonne, die weiße und glühende, und damit die Hitze, die schwüle und erdrückende, hinzu Abgase und unendlich viel Lärm. Ein erstes indisches Frühstück, ein Chai, ein Spaziergang der mehr ein Taumeln durch die Strassen gleicht, so erdrückend ist das alles, so anders, so orientierungslos fühle ich mich. Weg. Ich muss hier raus, aus diesem Moloch, Chennai. Es sollte nur eine Übergangsstation sein, mein Guesthouse ist gebucht, zuverlässig, da unter deutscher Leitung, wie der Ruf des Paradies scheint es mir zu sein, doch dazu muss ich einen Bus nehmen, und noch weiter nach Südindien vordringen, nach Pondicherry.

Am Nachmittag sitze ich in den Point to Point Bus, ohne murren habe ich den erhöhten Zimmerpreis bezahlt – beim Aus-checken bekam sogar noch einen Kuli geschenkt – eine Motor-Rikscha genommen, und werde 30 Minuten später am Busbahnhof abgesetzt. Vier Stunden dauert die Fahrt, eine Gelegenheit Land und Leute kennenzulernen, wenn auch nur durch die Scheibe, aber das reicht schon für die ersten Eindrücke – eine geheimnisvolle Macht scheint diesen Strassenverkehr zu steuern, anders kann ich es mir nicht erklären, das ich trotz Kühen, Dauerhupen, Ausweichen, riskantem Überholen und Menschen auf der Autobahn, am Stück und ohne Nervenkollaps, abends gegen 20 Uhr am Busbahnhof von Pondicherry aus dieser Höllenmaschine aussteige.
Ein letztes Mal den Preis verhandeln, ein letztes Mal die dröhenden Hupen der Rikschas, dann stehe ich vor dem Tor – dem Eintritt ins Paradies, meinem Guesthouse. Rajun, der freundliche Watchmen begrüßt mich fröhlich, das Zimmer ist vorbereitet, ich wurde erwartet, die Tür öffnet sich, und mich empfängt ein Duft von Sauberkeit und der Glanz von weißen Wänden. Endlich, nun fühle ich mich angekommen.

Nein doch nicht, noch nicht ganz. 3 volle Wochen benötige ich, man kann es durchaus einen Kulturschock nennen. So nannte es auch der Heiler, oder Arzt, genauer, hellsichtiger Arzt, an den ich empfohlen wurde. Ich saß ihm gegenüber, er schaute mich nur an, das wars, dann wusste er Bescheid. Er schaute in einem Buch nach, und vollführte dann mit seiner linken Hand, merkwürdige Bewegungen über meinem Kopf. Er entließ mich, mit dem Hinweis, das es in den nächsten zwei Wochen besser werden würde. Einmal war ich noch bei Ihm, nach dem Vipassana Retreat, weil während des 10-tägigen Kurses was passierte, etwas das ich bis heute nicht einordnen kann, oder genauer beschreiben. Vielleicht waren es nur Kreislaufprobleme, vielleicht war es auch etwas anderes, etwas das aufgestiegen ist, aus den Tiefen des Verdrängten, Unbewußten, „Sankaras“ nannte es der weise Goenka während seiner Teachings. Was auch immer, ich wollte es verstehen. Der zweite Besuch war noch ernüchternder als der Erste. Schwarze Magie wäre über mich gekommen, er könne es an meinem Kronen-Chakra sehen, das siebte und höchste mit Sitz auf der Stirn, der Teacher hätte es verursacht. So so. Wieder ein paar Handbewegungen, wieder der Hinweis, es ist erledigt.
Vielleicht bin ich einfach zu Kopf- und Vernunft gesteuert für diese Art von Heilung oder Konsultation. Andere Deutsche berichten mir begeistert von Ihren Besuchen, von Aussagen zu Ihrer Familie, von präzisen Beschreibungen die er nicht wissen konnte.

Aber irgendwie passt das alles zu meinen Erinnerungen an diese Zeit: Verworren, verwirrend, verzückt, aufwühlend, nachdenklich. Und verliebt! In das Land, wie einige Westler es mir bekundeten? Nein! In eine Begegnung, eine menschliche, eine allzu menschliche, in ein Wesen, ein irdisches aus der westlichen Hemisphäre, ein Wesen des anderen Geschlechts. Lange mußte ich mit mir ringen, soll ich es wagen, kann ich darüber berichten, öffentlich? Viele Monate nach meiner Rückkehr wäre ich gar nicht dazu in der Lage gewesen. Auch jetzt, fast ein Jahr später, fällt es mir schwer. Erinnerungen kommen hoch, Bilder, Gesprächsfetzen, Augen, Lächeln, Bewegungen und natürlich Emotionen. Das kann man ein Aufsteigen nennen, eventuell sogar ein Sankara, von ganz unten, dem „Unter-Unterbewußtsein“. Die Bilder verschwimmen immer mehr, wie ein Farbklecks auf einer Leinwand über den Wasser läuft. Aber sie sind noch da, werden es bleiben, immer? Vielleicht, eher wahrscheinlich. Gibt es mehr darüber zu sagen? Nein, ich glaube nicht. Das war schon genug, außer...es war die Begegnung in Indien, des Jahres und dieses Lebens. Wahrscheinlich nicht nur in diesem.

Das war Indien, mein ganz persönlicher Rückblick. Vielleicht fragen sich manche, was habe ich denn den lieben Tag so gemacht? Oh, da gab es einiges. Gelesen, meditiert, unterhalten, den Kindern beim spielen zugeschaut, mit dem Rad durch die Stadt gefahren, einen Shiva-Tempel besucht, sowie mehrmals das Auroville, zweimal im Matrimandir gewesen ( beeindruckend!), Weihnachten uns Silvester gefeiert, und ganz viel über mich gelernt. Dazu bedurfte es noch nicht einmal des langen Reisens, wie es so viele tun auf diesem Subkontinent, nein,das ging auch an einem Ort.

Und dann kam irgendwann mein Rückflug, und die harte Landung in Deutschland.

Das Schicksal des Menschen, ist der Mensch
Bertolt Brecht


Februar bis September

Nun werde ich kurz.Sieben Monate versuche ich in wenige Sätze zusammenzufassen, auch eine Leistung. So schwer sollte es nicht sein, weil so viel nicht passierte in dieser Zeit. Ich nenne diese Zeiten „Pufferzeiten“, zum Orientieren, Ausprobieren, und Ausdenken von neuen Abenteuern und Reisen.
Zwei Monate verbrachte ich in meinem beschaulichen Heimatdorf. Darüber gibt es sowieso nicht viel zu berichten, weil es dort immer ähnlich abläuft. Spätestens 2 Wochen nach meiner Rückkehr von einer Reise, bekomme ich einen Lagerkoller, man könnte auch sagen, ich werde depressiv. Eine Neigung, die viele Rast- und Ruhelose haben Tristesse, nichts neues, fade, eingefahren, gewöhnlich.

Im April machte ich einen Abstecher nach Niederbayern, nach Neuötting, in ein Zen-Kloster. Ein weiterer Versuch, oder sagen wir, Ausprobieren, mich in eine Gemeinschaft einzufügen. Eine Gemeinschaft von Gleichgesinnten, so dachte ich immer. Wie wenig gleichgesinnt die drei weiblichen Bewohner waren, merkte ich schon relativ schnell nach meiner Ankunft. Insbesondere eine, mit schweizer Akzent und gehobenen Alters, hat es mir gleich vom ersten Handschlag an angetan: in Form einer sofortigen Antipathie.
So wurde der geplante mehrmonatige Aufenthalt nach einer Woche im beiderseitigem Einvernehmen aufgelöst. Es folgten ein paar Tage in München, verbunden mit dem Wiedersehen einiger Personen aus der Indienzeit.

Danach verschlug es mich in den hohen Westerwald, zu einer netten Familie mit zwei Kindern. Auf der Basis von Gib und Nimm, war ich dort „Mädchen für alles“: Koch, Gärtner, Anstreicher, Babysitter, Segelgehilfe. In diesen 4,5 Monaten konnte ich einiges dazulernen, in vielen Bereichen, angefangen von der Kindererziehung bis zum Fahren eines Mercedes Sprinters mit Anhänger.
Nach dieser Zeit, dauerte es nicht mehr lange, bis zum Aufbruch in ein neues Abenteuer, zur „Way of Living Radtour“. Der Rest ist „Geschichte“ und in zahlreichen Post hier auf dem Blog festgehalten.

Somit können wir direkt zum letzten Punkt dieses Rückblickes kommen

..der da wäre: ein Ausblick auf das neue Jahr

2012! Eine magische Zahl, ein magisches Jahr. Zumindest für Einige! Für viele Verschwörungstheoretiker und Weltuntergangsapokalypten. Nach meinem Indienaufenthalt habe ich angefangen, mich näher mit der Thematik zu beschäftigen, weil es mich einfach interessierte, versuchen wollte, mir mein ganz eigenes Bild zu machen.

Als erstes mußte ich feststellen, dass dies gar nicht so einfach ist. Unzählige Seiten im Internet, es galt sich einen Pfad durch den Dschungel von Fakten, Halbwahrheiten, Prophezeiungen, Spinnern, Profilneurotikern, Wichtigtuern, Hintergründen, Manipulationen und Tatsachen zu schlagen.
Nun, fast ein Jahr später, sehe ich ein wenig klarer durch das Gestrüpp, so hoffe ich jedenfalls. Fakt ist, nicht nur die Mayas, Nostradamus und die Hopi-Indianer sahen für dieses Jahr und die Zeit danach, grosse Umwälzungen und Umbrüche voraus, sondern auch die indischen Seher, die Rishis, Gründer der bekannten Palmbibliotheken. Hinzu kommen viele andere Seher und Weisen aus der östlichen Tradition.

Nun muss man gar nicht spirtiuell sein, und all diesen „Mist“ glauben. Ich sehe diese Prophezeiungen aus einer gewissen Perspektive des Beobachtens, und gleiche es mit dem aktuellen Weltgeschehen ab. Für mich sind es sind Puzzleteile eines grossen Ganzen. Und abgesehen davon, gehöre ich ja selbst zu den Rationalen. Spiritualität und Vernunft müssen sich nicht ausschliessen, im Gegenteil sie können sich prima ergänzen, sowohl-als-auch, ist meine Maxime!

Jeder der halbwegs mit geöffneten Augen durch die Welt geht, und sein Denken noch nicht ganz den anderen überlassen hat, wird nicht bestreiten können, das wir seit rund 2 Jahren in einer turbulenten, schnelllebigen Zeit leben. Naturkatastprohen, Fukushima, Goldpreis, Euro-Krise, Higgs-Bosom, Teilchen die schneller fliegen als das Licht und vieles mehr, geisterten und geistern durch die Massenmedien, oft mit den Worthülsen, „nie für möglich gehalten, undenkbar, unbegreiflich.“

Jetzt könnte man sagen: Veränderungen und Neuentdeckungen gab es schon immer, oder man kann bei genauerem hinsehen sagen, Ja, aber nicht in dieser Anzahl und schnellen Reihenfolge! Vielleicht ist doch etwas dran, an diesem Gesäusel „ von einem Quantensprung der Menschheit, der nächste Schritt in der Evolution“...!?

Wir werden es sehen, in welcher Ausprägung und Form auch immer...und ich werde das weiterhin aufs genauste Beobachten.
Mein ganz persönlicher Jahresausblick für 2012 ist folgender: Meiner Meinung nach, geht es in diesem Jahr darum, seinen Platz im Leben zu finden, jenseits von Erwartungen von außen, Angst ums Geld, scheinbare Sicherheit und Verpflichtungen.

Und so wünsche ich dies all meinen Lesern von Herzen, weil von dort aus der Lichtstrahl der Bestimmung durch das Grau des Konventionellen scheint. Bleibt euch selber treu, und lasst euch nicht beirren, Alles Gute im Neuen Jahr! Keep on watching..

Was immer du meinst oder glaubst, tun zu können, beginne damit. Handeln ist Magie, Anmut und Kraft
Johann Wolfgang von Goethe

Montag, 8. August 2011

Systemkrise

Nun ist es soweit, der Umbruch ist da! Der Dax verlor innerhalb von 9 Tagen fast 20% seines Wertes. Heute gings es wieder 5% abwärts. Mehrere Milliarden Euro wurden in der letzten Woche vernichtet. Nach einem Schwarzen Freitag, kam es nach anfänglicher Hoffnung doch noch zu einem schwarzen Montag!
Eben habe ich den ARD-Brennpunkt gesehen! Was für eine holprige Veranstaltung. Der Moderator kam ganz aus dem Konzept, da sein Gesprächspartner, ein Volkswirt, nicht rechtzeitig ins Studio kam, der so wichtige Fragen wie die Sicherheit deutscher Arbeitsplätze beantworten sollte. Der Moderator orakelte etwas von, vielleicht steht er im Stau. Ich glaube eher, der kam aus Berechnung nicht, weil der nette Herr Volkswirt wusste, das dort ein paar Millionen Zuschauer an dem Bildschirmen hängen, und momentan jede Aussage zu einer Fortsetzung der Talfahrt, Lawinen lostreten kann. Zudem kann momentan niemand eine verlässliche Prognose treffen, jedenfalls was die Reaktion der Märkte betrifft.
Aber nicht nur an den Börsen herrscht Chaos und Panik. England versinkt in Chaos und Anarchie, eine jugendliche Revolte lässt offensichtlich ihre lang aufgestauten Aggressionen heraus. In Syrien herrscht Bürgerkrieg. In allen arabischen Ländern brodelt es nachwievor. In Japan wurden die höchsten Strahlenwerte seit dem GAU in März gemessen. Die Welt ist in Aufruhr, und selbst der Schwerfälligste wird nun langsam bemerken, das hier etwas Grosses am laufen ist, mit keiner temporären Krise der letzten Jahrzehnte zu vergleichen!
Wir sind in einer hochexplosiven Mischung, und jeder Funke genügt, für eine weitere Verschärfung.

Es gab schon lange Entwicklungen, Zeichen und Alarmsignale, die nicht in den Massenmedien thematisiert wurden. Und diese habe ich auf breiter Front seit langer Zeit verfolgt. Gepaart mit einem gesunden Menschenverstand, offenen Herzen, und wachem Blick für die Zustände und Entwicklungen in unserer Industrie und Leistungsgesellschaft.
Und deshalb kann ich heute, an diesem 8.8.2011, der nach meiner Einschätzung, als Beginn des finalen Finanz-Zusammenbruchs in die Bücher eingehen wird, ohne Besserwisserei sagen, ich hatte es angekündigt, mehrmals, das erste mal schon im März unmittelbar nach Japan, hier auf dem Blog nachzulesen.
Und heute nun werde ich ein weiteres mal eine Prognose für die weitere Entwicklung wagen, auch mit dem erneuten Risiko mich zum Narren zu machen, wenn bis Herbst alles so "weiterlief wie bisher". :)

Es gibt keine Umkehr mehr, der weltweite Zusammenbruch des Finanzsystems ist schon voll am Laufen, es ist nur noch eine Frage von Tagen, maximal Wochen bis es voll durchschlägt und jeder in der letzten Provinz der Republik es zu spüren bekommt, nämlich dann, wenn die Banken kein Geld mehr ausgeben. Nur dann ist es für viele schon zu spät um zu handeln.
All die hilflosen Rettungsversuche von Politik und Notenbanken, sind letzte Verzweiflungstaten. Die Märkte reagieren aber darauf nicht mehr, sind längst schon in einen Teufelskreis eingetreten, mit einer unberechenbaren Dynamik.

Was heisst das? Nun komme ich auf das Zurück, was ich in den letzten Monaten geschrieben habe. Es heisst zu allererst KEIN Weltuntergang! Und schon gar nicht am 21.12.2012! Zumindest nicht so, wie es uns manche selbsternannten Experten weiss machen wollen, mit Ende der Welt, Auslöschung der Menschheit und weiteren Apokalypsen. Alle grossen Veränderungen, beginnen in diesem Jahr. Was genau passiert kann keiner sagen, ich schon gar nicht. Aber man kann ein Gespür entwickeln, wenn man gelernt hat, wieder voll auf seine innere Stimme zu hören.
Wichtiger denn je, ist nun, und in den folgenden Wochen, zum vollkommenen Urvertrauen (zurück) zu kehren! All das was passiert, muss passieren, weil es einer bestimmten, von uns nicht zu verstehend Ordnung folgt. Ja, es geht auch in gewisser Hinsicht darum, "unseren Verstand zu verlieren", weil dieser in den letzten Jahrhunderten zu stark dominiert hat. Und ja, ich glaube es wird weiteres Chaos geben, in einem noch stärkem Ausmass, wie bisher. Wenn auch der letzten Maurer oder Strassenfeger versteht, das seine Spareinlagen futsch sind, wird er seinen Unmut freien Lauf lassen. Weil was glaubt ihr, mit welchem Geld die EZB die Ramschstaatsanleihen nun aufkauft??

Erst wenn die Nacht am schwärzesten ist, erkennt man langsam das Klimmen des neuen Morgens! Und wir stehen erst am Beginn dieser Nacht. Deshalb ist es umso wichtiger, das es Menschen gibt, die als Leuchttürme durch diese pechschwarze Nacht führen. Lichtträger die sich schon seit langem darauf vorbereitet haben, Menschen zu denen ich mich auch zähle, und die nun Ihren Platz einnehmen.

Ein neues System, eine neue Zeit kann erst beginnen, wenn etwas altes zusammenbricht oder stirbt, der ewige Kreislauf des Lebens, Geburt und Tod, Tod und Geburt!
Dieser epochale Wandel, beginnt in jeden einzelnen von uns. Jeder kann sich nun entscheiden. Halte ich weiter an dem kapitalistischem, mechanistischem Weltbild fest, oder erkenne ich endlich, das die Welt schon immer eine holistische, ganzheitliche war, und wir nun nach all den Exzessen, nach einer Zeit der notwendigen Bereinigung, dorthin zurückkommen, in Harmonie und Verbundenheit!
Diejenigen die weitehin am ersteren festhalten, und das alles für spirituellen Quatsch halten, wird bald die Realität einholen, Ihr Weltbild wird in tausend Teile zerbrechen, irreparabel.

Und dabei ist es ganz einfach auf wenige Worte zu bringen. Wollen wir in einer Gesellschaft leben, die geprägt ist von Miteinander, Kooperation, Mitgefühl, Wertschätzung, Unterstützung, Vergebung und Respekt?!
Dann fangen wir an damit, und zwar JETZT, HIER und jeder einzelne bei sich! Nur so kann eine neue Struktur, ein neues Paradigma entstehen!

Was auch immer in den nächsten Wochen alles noch passieren wird, ich rufe alle auf, bleibt in eurer Mitte, hört auf euer Herz und bewahrt die Ruhe. Ja es werden schwierige Zeiten auf uns zukommen, aber ich bin mir ganz sicher, das wir nach den Zeiten der Umbrüche und des Chaos, auf goldene Zeiten zu steuern, ein neuer evolutionärer Abschnitt, eine weitere Entwicklung im menschlichen Bewußtsein! Und noch einmal,es geht nicht um Angst und Panik, es geht um Vertrauen!

Lichtträger unserer Zeit, unsere Zeit ist angebrochen, nun zählt es, steht auf und erfüllt eure Aufgabe. Ich für meinen Teil arbeite zur Zeit, mit Hochdruck an einem neuen Projekt um diese zu erfüllen! Mehr dazu in den nächsten Tagen....


Wir selbst sind der Weg und nur wir entscheiden uns in jeder Sekunde, in jedem Moment für das Leben, das wir uns wünschen – dass wir wollen.

Donnerstag, 23. Juni 2011

Vertrauen und Bewußtsein Teil 2

Verantwortungsbewußtes Handel bedeutet nicht, dass wir unsere Vernunft schärfen, sondern das wir unsere Gefühle für das Wohl und Wehe der anderen schärfen.“
Zitat aus dem Roman Sofies Welt


Vorwort

Nach über 2 Monaten wird es Zeit, den versprochenen zweiten Teil meines Essays zu veröffentlichen. Es hat einfach so lange gedauert bis es in mir herein gereift war.
Lassen wir uns nicht täuschen. Nach einem heißen Frühling kommt nun ein noch heißerer Sommer, und damit meine ich nicht die Temperaturen. Zugegeben, wenn man die Meldungen in den Zeitungen ließt, den Aussagen unserer Politiker weiterhin glaubt, nach wie vor einen Arbeitsplatz und Geld auf dem Konto hat, dann kann man sich fragen, warum sich das Gerede von grossen Umbrüchen, Veränderungen anhören, warum sich unnötig Gedanken machen, läuft doch alles gut! .

Wer weiterhin an solche Versprechungen der Politiker, Medien und Funktionäre glaubt, daß die Konjunktur weiter anzieht, der Euro erhalten und stabil bleibt, die Schuldenkrise gemeistert wird, der Libyenfeldzug im Sinne der Menschenrechte geschieht, wir keine Flüchtlingsströme aus Nordafrika befürchten müssen, die festgesetzten radioaktiven Grenzwerte unbedenklich sind, und im übrigen in Fukushima alles unter Kontrolle ist, der lebt weiterhin in einer Welt der Seifenblasen, deren platzen einen sehr tiefen Fall nach sich ziehen kann! Wir sind in der sprichwörtlichen Ruhe vor dem Sturm, der sich in der Ferne zusammenbraut!

Aufwachen bedeutet die Realität zu erkennen und zu akzeptieren, wie sie ist, und nicht wie wir sind aufgrund unserer Wünsche und Vorstellungen gerne (weiterhin) sehen möchten. Dieser letzte Teil reiht sich in die Reihe der vorherigen ein und soll damit ein weiterer Versuch unternommen werden, sein wahres Selbst zu erkennen und damit für all das kommende mit einem Gefühl der Gelassenheit und Zuversicht vorbereitet zu sein.


Was ist Bewußtsein?


"Bewusstsein ist im weitesten Sinne die erlebbare Existenz mentaler Zustände und Prozesse .
Eine allgemein gültige Definition des Begriffes ist aufgrund seines unterschiedlichen Gebrauchs mit verschiedenen Bedeutungen schwer möglich. Die wissenschaftliche Forschung beschäftigt sich vor allem mit den klarer definierten Bewusstseinszuständen.

Der Philosoph Thomas Metzinger erklärt:
„Das Problem des Bewusstseins bildet heute - vielleicht zusammen mit der Frage nach der Entstehung unseres Universums - die äußerste Grenze des menschlichen Strebens nach Erkenntnis.“
„Quelle Wikipedia“

Keine Frage, der Versuch, das Bewußtsein zu beschreiben ist eine sehr komplexe und schwierige Sache, da es aus allen Richtungen Erklärungsmodelle gibt. Hier der Versuch einer Interpretation aus meiner Sicht.

Unser Bewußtsein ist wie eine riesige Werkstatt, in der wir aus Erinnerungen, Vorstellungen, Wünschen und Träumen unsere Realität zusammensetzen, unser ganz persönliches Bild einer scheinbar objektiven Welt. Diese Objektivität ist aber ein Trugbild.

Wie schon mal erwähnt, wissen wir aus der Quantenphysik, dass auf der kleinsten physikalischen Ebene, alles aus sich bewegenden, schwingenden Teilchen besteht, die der Wissenschaft immer noch viele Rätsel aufgeben. Und noch einmal: ALLES besteht daraus, eine massiver Holztisch sowie wir als Menschen.
Der menschliche Körper besteht aus ca. 70-100 Billionen (!) Zellen die in einem harmonischen Zusammenspiel wirken. Jeder Gedanke, jeder Nervenimpuls, der Transport und die Wirkung von Hormonen, alles hängt von der Leistungs- und Kommunikationsfähigkeit der Zellen ab.
Der Zellkern wieder rum, besteht aus einem Atom in dessen Hülle mit rasender Geschwindigkeit Elektronen hin und her schiessen und damit Energie erzeugen. Somit kann man ganz wissenschaftlich sagen:

Der Mensch ist, da ja jede Zelle Verbrennungsenergie erzeugt, reine Energie oder Schwingung!


Die (relativistische) Masse und Energie sind nach Albert Einstein zwei unterschiedliche Beschreibungsformen ein und derselben Größe. Das heißt also, es gibt keinen Unterschied zwischen einer festen Masse und fließender Energie, in Wirklichkeit ist es das Gleiche!
Wenn wir also davon ausgehen, das wir reine „Energiewesen“ sind, dann haben wir mit unserem Bewußtsein die Möglichkeit, diese Energie im Aussen zu lenken, genauer, zu manifestieren. Energie folgt der Aufmerksamkeit.

Nun könnte man meinen, super, dann richte ich meine ganze Aufmerksamkeit auf die Materialisierung eines Porsches 911 oder eines Chalet am Genfer See. So läuft das leider nicht. Als Energiewesen müssen wir auch in Einklang mit dem uns um gegebenen energetischen Umfeld leben. Die Spielregeln oder Gesetze dieser kosmischen Ordnung spielen sich auf einer Ebene ab, die wir mit unserem Verstand nicht erfassen können, bzw. mit unserem Willen nicht beeinflussen können.

Es macht aber einen Unterschied, ob wir von dieser kosmischen Ordnung und ihren Gesetzen „wissen“oder nicht. Es gibt durchaus die Möglichkeit eine „Bestellung beim Universum“ abzuschicken. Darüber und worauf man dabei achten muss, damit Sie „angenommen“ wird gibt es unzählige Bücher, darunter auch einige Bestseller. So wie ich es verstanden habe geht es darum, einen Wunsch innerlich auszusprechen, seine ganze Aufmerksamkeit darauf zu lenken, und ihn dann vollkommen im Geiste loszulassen. Den Rest macht der energetische Fluss des Universums. Danach geht es darum zu erkennen, wann die Bestellung „geliefert“ wurde, und vor allem wie, weil nicht immer das kommt was wir uns wünschen, sondern manchmal das was wir brauchen, auch wenn es für uns zuerst mal nicht angenehm ist. Die kosmische Ordnung ist aber neutral und kennt keine menschlichen Maßstäben von gut oder schlecht, angenehm oder unangenehm. Tausende Leute die das erfolgreich praktizieren sollte man nicht einfach als esoterische Spinner abtun.

„Zeit und Raum sind vor allem Eigentschaften unseres Bewußtseins und nicht Eigentschaften der Welt. Das Bewußtsein des Menschen ist keine passive Tafel, die nur Sinneseindrücke von außen registriert. Es ist eine kreative, formende Instanz. Das Bewußtsein selber trägt dazu bei, unsere Auffassung der Welt zu prägen.“
Frei nach Immanuel Kant


Vertrauen


Damit kommen wir in meinen Augen zum wichtigsten Kapitel dieses Essays. Das Universum, die Schöpfung oder Gott, wie auch immer man es nennen will, hat uns Menschen quasi ein Detektor mitgegeben mit dem wir erkennen können, ob wir im Einklang mit dem allem zugrunde liegenden energetischen Fluss handeln und somit in Harmonie. Ich bin darauf schon öfters eingegangen, und kann es nur Gebetsmühlenartig wiederholen.

Intuition, Bauchgefühl, Herzgefühl sind alles unterschiedliche Begriffe für den einen,gemeinten Wegweiser. Das Problem ist, wir müssen darauf hören, ja erst wieder lernen darauf zu hören, weil wir es in den letzten Jahrzehnten einfach verlernt haben, im Zuge der Rationalisierung.

Das geht nicht, ohne vorher eine riesige „Entrümpelungs- und Reinigungsaktion“ in unserem Verstand durch zu führen.

Was hindert uns daran voll aus unserem Selbst heraus zu leben? Bei diesem Reinigungs-Prozess geht es auch darum, die „Schatten“ (nach C.G. Jung), also allem Verdrängtem aus dem Unbewußten hervor zu holen, um diese im Bewußtsein aufzulösen und zu integrieren. Erst dann verlieren sie ihre mächtige Wirkung und belasten uns nicht mehr länger, erst dann kann man von einem Ganz-Sein sprechen.

Wenn wir den Mut und das Vertrauen haben, diese Schritte zu gehen, dann kann etwas passieren. Unsere innere Stimme: Wir beginnen sie wieder zu hören! Zunächst noch zaghaft und leise, mit zunehmenden Vertrauen immer stärker, unseren Kompass durchs Leben!
Umso öfter wir auf diese Stimme hören, umso mehr wir ihr vertrauen, umso stärker wächst auch das Vertrauen in das Leben, gleichzeitig aber auch das Vertrauen in uns, auf unser Selbst und damit die Erkenntnis, wieviel möglich ist, wieviel wir erreichen können. Wenn wir uns diesem Vertrauen und dem Leben voll hingeben, dann handeln wir mehr unbewusst als bewusst, voll aus unserem Herzen, unserem wahren Selbst, und sind somit automatisch in Harmonie mit dem energetischen, universellen Fluss. Wir handeln aus Liebe und Wahrheit! Religion kommt von lateinischem „Religare“ und heißt nichts anderes als Rückverbindung.

"Und Vertrauen in Gott, Vertrauen ins Leben, Vertrauen in die Natur ist das wichtigste; das Vertrauen ist der eigentliche Schlüssel zur Freiheit des Geistes“
Alan Watts „Die sanfte Befreiung“


Das alles erwähne ich so ausführlich, weil es meiner Meinung nach für die nächsten Monate sehr wichtig werden wird. Mit dem inneren Gefühl der Ganzheit und einem bewußten Geist , dem bedingungslosen Vertrauen ins uns selbst und das Leben, können wir die kommenden Umbrüche mit einem gewissen Gefühl der Gelassenheit betrachten.
Mehr noch, mit dieser Haltung befinden wir uns auf dem richtigen Weg, den Weg der Zukunft, zurück zum Wesentlichen, zum Mensch-Sein, jenseits von all den Exzessen und Auswüchsen der letzten Jahrhunderte, die getragen wurden, von Gier, Wut und Verblendung.

Das Leben gibt uns eine Wahl. Wir können lernen, aus Leid oder Einsicht. Lernen aus Leid bedeutet, dass wir uns gegen den Lebensfluss stellen, gegen Veränderungen, was zwangsweise Anstrengung und Widerstand mit sich bringt, weil unser Ego es so nicht wahrhaben will. Dagegen bedeutet lernen aus Einsicht sich voll und ganz - bedingungslos - dem Fluss den Lebens hinzugeben, im vollen Vertrauen darin mit zu schwimmen, egal,wie unlogisch es unserem Verstand vorkommen mag. Das beinhaltet auch, dass wir unseren Lebensplan (Schicksal) erfüllen, den wir seit unserer Geburt in uns haben.

Bewußtsein und Vertrauen sind also zwei wesentliche Bedingungen unseres Menschseins, ja ich behaupte, sie machen uns erst wieder zu dem was wir schon immer waren und sind: zu Geschöpfen aus reiner Energie und Liebe!

Schlusswort

Bei allem was ich bisher geschrieben habe, erläutert und erklärt habe, ist es mir wichtig zu erwähnen: ich halte es nach wie vor mit dem Ausruf des Philosophen Sokrates „ Ich weiß, das ich nichts weiß!“
Das Universum und das Leben sind viel zu geheimnisvoll, komplex und mysteriös, als das man von einem wirklichen Verstehen sprechen kann, passender sind wohl ein sich hinein geben und Vertrauen in dieses verrückte Spiel namens Leben.

Mit diesem zweiten und letzten Teil ist mein Essay zum Thema Vertrauen und Bewusstsein beendet. Das was ich meine an spirituellen und vernunftmässigen Erkenntnissen in den letzten Jahren gewonnen zu haben, versuchte ich in den letzten Monaten weiter zu geben. Nun werde ich die nächsten Monate sehr aufmerksam beobachten und mich zum rechten Zeitpunkt wieder melden.
Bleibt wachsam und offen...

„Wir müssen diese Umwege gehen, um letztlich unsere Narrheit zu erkennen, dass wir immer schon eins waren, es niemals etwas zu finden gab, sondern wir einfach hätten stehen bleiben müssen, um zu erkennen, dass es schon immer direkt vor unseren Füssen lag. Das Bild des Esels, der ständig der Möhre nachrennt, die vor seinem Augen an einer Schnur hängt, passt dafür sehr gut.“
Alan Watts „Die sanfte Befreiung“

Mittwoch, 6. April 2011

Vertrauen und Bewußtsein Teil 1

„Werde der Du bist“
Friedrich Nietzsche

Meiner Ansicht nach leben wir weiterhin in unsicheren und von Umbrüchen gestalteten Zeiten, auch wenn die grossen Themen wie Japan und Libyen in den ohnehin zensierten Massenmedien nicht mehr täglich auftauchen und somit bei vielen schon aus dem Alltagsbewußtsein verschwunden sind.
Abgehakt und weiter wie bisher, kann es aber auf keinen Fall mehr geben, die Prozesse ob in Japan, Afrika oder auf den Finanzmärkten laufen trotzdem weiter, und zwar ziemlich schnell.

Was können wir tun in dieser speziellen Zeit, um auf der einen Seite nicht noch mehr Angst zu schüren, auf der anderen Seite aber auch Wahrheiten anzusprechen?
Meine Meinung nach ist einer der wesentlichen Punkte, Eigenverantwortung zu übernehmen!
Jeder für sich, in seinem Bereich, wie er es für richtig und wichtig hält. Mit diesem Essay der aus zwei Teilen bestehen wird, möchte ich einen weiteren Teil meiner „Verantwortung“ für diese Zeit des Übergangs übernehmen, und bleibe deshalb bei dem Thema „Ich“ und Dualität. Zum einen weil ich mich damit schon länger auseinandersetze. Zum anderen, und viel wichtigerem, weil es gerade in dieser Zeit des „Chaos“ maßgeblich dazu beitragen kann, einiges anders und besser zu verstehen.

Seit vielen Jahren beschäftigt mich das Thema Selbstbewusstsein. Ganz unterschiedliche Ausprägungen konnte ich dort feststellen. Vielen Personen denen ich in den letzten Jahren im In – und Ausland begegnet bin, strotzten nur so von einem sogenannten Selbstbewußtsein. Gleichzeitig konnte ich aber auch feststellen, das die Grenzen zwischen einem großem Selbstbewußtsein und Arroganz und Überheblichkeit, sehr oft fließend waren!
So konnte ich mir meine Gedanken machen, das Gesehene und Erfahrene reflektieren um schließlich zu der heutigen Überzeugung zu kommen:

Wenn wir uns das Wort Selbstbewusstsein einmal näher ansehen, werden wir feststellen, das es im Grunde genommen aus zwei zusammengesetzten Wörtern besteht: Selbst + Bewußtsein!

Die Frage die sich hierbei als erstes stellt ist, was ist eigentlich das Selbst?
Diese Frage stellten sich schon vor hunderten von Jahren viele große Weisheitstraditionen von den indischen Veden bis zum chinesischen Daoismus.
Jede dieser Traditionen gab verschiedene Antworten, Auslegungen und praktische Erläuterungen.
Aber trotz all dieser Unterschiede, gab und gibt es etwas, was alle weitestgehend gemeinsam haben, die alle miteinander verbindet.

Das was wir im normalen alltäglichen Verständnis als Selbst verstehen und gleichsetzen mit dem „Ego“ als feste Einheit, als Identität ist eine Illusion, eine Projektion unseres Verstandes, unseres Gehirns. Die alten Traditionen behaupten nämlich , das das Selbst und das sogenannte "Ich" nicht identisch sind. Sie sagen vielmehr dass unser nichtgreifbares Selbst schon immer da war und immer da sein wird, ja verbunden ist mit dem Göttlichen/Universum, kein Anfang oder Ende kennt, und somit unabhängig von Geburt und Tod ist.(Übrigens glaubten das auch solche Wissenschaffler wie Einstein oder Heisenberg, die damit im Grunde Mystiker waren)

Nun, das vorausgesetzt, was ist dann das "Ich" das uns heute so wichtig ist?

Nach den alten Traditionen und vor allem auch aus meiner eigenen jahrelangen Praxis mit Meditation, ist das "Ego" ein permanentes, unabänderliches Zusammenspiel von Bedingungen und Ursachen, Intentionen, Empfindungen, Gefühle, Gedanken und Bildern.

Anders ausgedrückt, das „Ich“ ist nicht wie wir fälschlicherweise annehmen, eine feste Entität (Einheit)in unserem Kopf, sondern ein ständiges Wechselspiel von Eindrücken und Empfindungen (was wiederum von der modernen Gehirnforschung in zahlreichen Studien schon nachgewiesen wurde.)

„Je näher Sie hinsehen, desto deutlicher wird ihnen vielleicht auffallen, dass alles, was Sie als Sitz des Ich-Gefühls in Betracht ziehen, sich in etwas anderes auflöst. Statt eines Ich-Kerns erleben Sie etwas Zusammengesetztes: Empfindungen, Stimmungen, Wahrnehmungen und Intentionen, die wie die Besatzung eines Schiffes zusammenarbeiten, dessen Richtung ein Skipper namens Aufmerksamkeit bestimmt.
Sehr leicht schlägt dieser Eindruck eines fluktuierenden Interaktionsprozesses wieder um in das gewohnte Bild eines für sich stehenden Ich. Es scheint der natürliche Lauf der Dinge zu sein, dass Verwirrung sich wieder durchsetzt und die Plackerei einer angstbehafteten Existenz weitergeht.“
Zitat aus „buddhismus für Ungläubige“


Das ist auch die Erklärung, warum wir in unserem Alltag/Leben so oft unzufrieden sind, mit uns hadern, so oft leiden, weil wir ganz einfach aus „Unwissenheit“ an diesem ständig wechselnden Fluss der Sinneseindrücke festhalten, ja uns damit identifizieren, uns darin verlieren, und es schlussendlich auf unser Ego zurückführen von dem wir ja ausgehen, das wir das sind, und quasi ein kleines "Männchen" in unserem Kopf sitzt dem das alles widerfährt, das sich verteidigen und rechtfertigen muss. Dadurch sind wir in ständigen Gegensätzen „gefangen“.

In der Realität, auf der kleinsten physikalischen Ebene, so wie es auch von der modernen Quantenphysik beschrieben wird, gibt es aber kein „Ich“,Beobachter UND Beobachtetes, sind eins.

Mir ist schon klar, das dies alles (noch) schwer zu verstehen ist. Verstehen kann man es eigentlich nicht, im Verstand wird diese Projektion/Illusion ja produziert!Das heißt aber auch, das man kein „Gläubiger“ in welcher Form auch immer sein muss (bin ich auch nicht) ,jeder kann es „unmittelbar“ und natürlich erfahren, ohne Vorkenntnisse.

Das was ich hier versuche zu erklären kann nur ein Fingerzeig sein, jeder der weiter gehen will, der es erleben will, muss versuchen es selbst zu erfahren, indem man zum Beispiel einmal ungestört in die Natur geht, und auf die Sinneseindrücke in den allerersten Sekunden achtet, bevor die verstandesmäßige Bewertung einsetzt.

Nun, das alles behaupte ich im 21. Jahrhundert, im Internet- und Technologiezeitalter, wo der Verstand und das Pragmatische so wichtig sind, Karriere und ich will das und jenes, wo man doch so sehr von seinem "Ego" überzeugt ist!?

Der entscheidende Punkt ist, wir sollten dem Ego den richtigen Platz zuweisen, und dazu gehört als erstes die Wahrheit zu erkennen, das es keine konstante Einheit ist, und somit den ersten Schritt machen uns einiges von unserem selbst produziertem „Leid“ zu nehmen. Und das alles heisst dann nichts anderes, als das wir ein Leben aus unserem Selbst herausführen, das uns ein wenig unabhängiger von all den Wirrungen und Irrungen des alltäglichen Dramas macht.

Es ist jetzt an der Zeit, endlich zu erkennen, wer wir sind!
Wenn wir die scheinbare Trennung (Dualität) zwischen „Ich“ und der Umwelt erkennen, und damit anfangen sie aufzuheben, dann, ja dann wird es für jeden einzelnen und somit für alle um ein vielfaches einfacher und gelassener werden, nicht nur für die noch kommenden Veränderungen.

In der neuen Zeit, nach all den Umbrüchen, wird es keine Dualitäten, Gegensätze mehr geben! Stück für Stück werden sie sich eine nach der anderen auflösen, was dann nichts anderes heißt, als in Einheit zu sein mit allem Leben, mit allen Menschen, mit allem was einen umgibt, und somit eins zu sein mit dem Göttlichen/Universellen, welches unser eigentlicher Kern ist, unser Selbst. Es liegt wohl auf der Hand, das es dadurch überhaupt keine Angst mehr geben kann, da diese ja nur aus einer scheinbaren Trennung gespeist wird.

Und wie soll man das anstellen, gerade in diesen Zeiten anhaltender Angst und Unsicherheit?
Die Antwort: Vertraue dem Herzen!
Das Herz gibt den Weg vor, weil dies schon immer mit der „Quelle“ verbunden war, nur seit Jahren von all dem Ballast verschüttet ist. Nun haben wir aber die einmalige Möglichkeit diesen ganzen angesammelten Schutt zu sprengen, uns endlich davon zu befreien und im Einklang mit uns selbst zu leben.

Dazu bedarf es Mut und vor allem ein öffnen des Herzens. Ich weiss aus eigener Erfahrung, wie schwer und schmerzlich das sein kann, aber gerade jetzt heißt es, weitergehen,immer weiter ,durch die Angst hindurch, mitten ins Herz!
Vertrauen und Mut loszulassen, ins „Unbekannte“ springen, sind dafür die entscheidenen Eigenschaften.

Wir brauchen und können nicht die Welt verändern, wenn wir uns selbst ins Gleichgewicht bringen, wird das bald die Welt ins Gleichgewicht bringen!

Heute habe ich versucht zu vermitteln, was ich unter dem „wahren Selbst“ verstehe und damit einhergehend mit dem Begriff Selbstbewusstsein. Im 2. Teil werde ich mich dem Begriff Bewußtsein und dem damit verbundenen wichtigem Thema Vertrauen widmen.

Mittwoch, 16. März 2011

Eine neue Zeit! Es liegt jetzt an UNS..


"Sei du selbst die Veränderung, die du sehen willst in dieser Welt"
Mahatma Gandhi


Nun ist es passiert, das Undenkbare, nie für möglich gehaltene! Für das was gerade in Japan passiert gibt es meines Erachtens keine Worte mehr, insbesondere auch für die Pannen, Lügen und Verharmlosungen der Politker und Betreiber. Das japanische Volk hat ein Recht auf die Wahrheit, auch wenn sie noch so tragisch ist, Lügen machen alles nur noch schlimmer!

Mir geht es so, das ich in meinen Verstand keine Erklärungen mehr hinbekomme für dieses unsagbare Leid dieses Volkes. Ich glaube darum geht es auch nicht mehr, man kann einfach nur noch mitfühlen, mitleiden, und trotz allem versuchen die innere Ruhe zu bewahren, auch wenn das momentan wirklich schwer fällt!
Unser Verstand will sehr schnell wieder rationalisieren, um zur "Tagesordnung" überzugehen, eine Erklärung finden, es irgendwie bewerten, damit es eingordnet werden kann. Das ist natürlich in gewisser Weise ein nützlicher Schutzmechanismus. Nach meiner eigenen Erfahrung versagt dieser aber bei dieser Katastrophe, eine Katastrophe die es so noch nie gab, und wo das Wort Katastrophe schon längst nicht mehr das Ausmaß dessen ausdrücken kann, was in diesem Land gerade passiert.

Dies alles vorausgeschickt, hat bei mir dieses "Ereignis" etwas bewirkt, innerlich etwas aufgebrochen, was schon sehr lange auf der Herzensebene schlummerte, heute nun habe ich den Mut und das Vertrauen dieses zum Ausdruck zu bringen! Die Zeit ist reif dafür!
Ganz wichtig ist mir hierbei, es geht nicht um Rechthaberei ("ich habs immer gewusst"), nicht um Panikmache und Weltuntergangsstimmung! Ganz im Gegenteil, es geht um Vertrauen, Zuversicht und eine neue Möglichkeit des WIR!

Wir befinden uns mittendrin in einem Zeiten und Bewußtseinswandel!


Damit habe ich gleich die Katze aus dem Sack gelassen. Bei allemdem was ich nun versuche zu erläutern und in Zukunft weiter erläutern möchte, wie gesagt, geht um nicht um Angst, aus der wollen wir raus. Das ist wichtig! Es geht um ein neues Bewußtsein!

Ich verkünde hier keine "absolute" Wahrheit, das ist gar nicht möglich, sondern es kann sich immer nur um "meine" Wahrheit handeln. Das Ganze soll als als Denk bzw. Gefühlsanstoss gedacht sein, keiner sollte hier einfach etwas glauben, sondern in sich hineinhören, reflektieren und versuchen es selbst zu erfahren!

Das was ich meine in den letzten Jahren an Erfahrung und Wissen gesammelt zu haben, möchte ich hier nun mitteilen. Anfangen möchte ich mit dem Begriff "Aufwachen", den man immer wieder hört, aber meines Erachtens in 95% der Fälle, falsch verstanden wird. Für mich hat Aufwachen mit folgendem zu tun:

- Aufwachen und Erkennen das es so nicht weitergehen kann, so wie die Menschheit im letzten Jahrhundert gelebt hat, Industrialisierung, Technologisierung die immer mehr wurde, immer schneller die Entwicklungen, ja das war gut und notwendig, hat dem Menschen viel erspart und erleichtert, aber dabei ist vieles auf der Strecke geblieben, vor allem im menschlichen und seelischen Bereich. Nun ist der Zenit überschritten.

- Aufwachen und Erkennen das der hochtechnologisierte Mensch mit all seinen Möglichkeiten, Erfindungen und Maschinen angesichts der unverstellbaren Kraft der Natur hilf- und machtlos dasteht, wie wir nun leider schmerzhaft in Fernost sehen müssen.

- Aufwachen und Erkennen das wir seit Jahrzehnten systematisch unsere Lebensgrundlage selbst zerstören, durch Rodung, Ausbeutung und Verschmutzung der Umwelt, und das wir dachten das könnte noch einige zeit so weitergehen, uns nun aber der "Organismus" Erde (Gaia) ganz klar sagt: Es reicht!!

- Und vor allem, aufwachen und endlich erkennen, das es nun an UNS liegt, an jedem einzelnen, an unserem Lebensstil, unsere Art des Denkens, und der Entscheidung mit welchem Bewußtsein wir in Zukunft leben wollen.

Trotz unterschiedlicher Theorien und Aussagen, waren sich die großen Weisheitstraditionen der letzten Jahrhunderte doch in einem Punkt einig. Diese großen, schmerzhaften Veränderungen und Prozesse die wir momentan weltweit sehen (Revolutionen, Schuldenkrise, Naturkatastrophen uvm.) hängen viel mit einer grundlegenden Eigenschaft des Menschen zusammen, die im Grunde eine große Illusion ist, vielleicht die größte der Menschheit, die es nun gilt endlich zu durchschauen, der Illusion von einem gesonderten, abgetrennten "ICH"! Dieses Paradigma hat sich in unsere Köpfe eingebrannt, ist so selbstverständlich geworden, das es für die Mehrheit schlichtweg unvorstellbar ist, dieses in Frage zu stellen.

"Ich", als Individum fühle mich getrennt von allem was mich umgibt, von Mitmenschen, Umwelt, Natur, Tieren und deshalb ist mir das auch nicht so wichtig, weil "Ich" als "Subjekt" zuerst einmal an meinen Vorteil denke, und dann erst kommt das getrennte "Objekt" um mich herum oder es kümmert mich gar nicht. Viele Philosophen haben sich im letzten Jahrhundert darüber die Köpfe zerbrochen, aber letztendlich gibt uns das Leben gerade die Antwort darauf, inwieweit diese Behauptung "richtig" oder "falsch" ist (wobei es auch daraum geht diese Dualitäten aufzuheben, da es in Wirklichkeit kein richtig oder falsch gibt).

Noch ist es für jeden einzelnen nicht zu spät aus dem "Dämmerschlaf" aufzuwachen, und das zu erkennen was nun immer offensichtlicher wird, dass wir nämlich von rein gar NICHTS getrennt sind, sondern auf einer gewissen Ebene mit ALLEM verbunden sind!
Der erste Schritt in diese neue Sichtweise könnte damit beginnen, das wir uns dieser "Tatsache" zuerst mal bewusst werden, immer wieder aufs neue, tagtäglich. Das was wir jahrelang für Selbstverständlich erachtet haben, können wir nicht einfach von heute auf morgen so einfach ablegen, dafür sind die Konditionierungen zu stark verwurzelt. Der erste Schritt auf diesen Weg in ein neues Verständnis der Realität, beginnt mit Aufmerksamkeit und Bewußtsein, immer wieder, immer wieder neu! Immer wieder beobachten, ohne daran zu "haften", alles beobachten was zuerst einmal in uns passiert, Empfindungen, Gedanken, Gefühle, Schmerz und so ganz langsam zu der Erkenntnis kommen, das dieser ganze "Fluss" immer wieder entsteht, vergeht, entsteht, vergeht, aber letztendlich nicht wir SELBST sind.
Und wenn wir dann eine gewisse Ausdauer und Kontinuität entwickelt haben, kann es passieren das wir erste Veränderungen in unserer nächsten Umgebung bemerken, und wir uns dann eines Tages fragen, wenn ich mit Allem verbunden bin, und im Aussen etwas zerstöre, verletze oder missbrauche, fällt das dann nicht unmittelbar auf mich zurück?!

In Zukunft kann und wird es nicht mehr darum gehen, "Ich will mehr Profit, mehr Rendite, mehr Konsum, mehr Macht, mehr Wohlstand usw.", diese Epoche neigt sich nun in grossen Schritten ihrem Ende entgegen, was leider nicht ohne schmerzhafte Umbrüche geht, bevor sich langsam, je nachdem wie schnell und wieviele sich für das neue Bewußtsein entscheiden, eine Zeit des neuen WIR kommt, eine Zeit wo wir wieder das rechte Maß finden, wo wir auch durchaus mit weniger als mit mehr auskommen können, ohne Gegensätze, ohne Trennung, ohne Gier, ohne Hass, ohne Ausbeutung, dafür mit mehr Vertrauen, Verzeihen und Mitgefühl.

"Das Denken, welches dich hierhergebracht hat, wird dich auch künftig wieder nur hierher bringen können.

Für neue Resultate braucht man auch ein neues Denken.“

Bei vielen werden diese Veränderungen zuerst noch grosse Wut, Angst und Verzweiflung hervorrufen, da mehr oder weniger von heute auf morgen, die gewohnte, "geordnete" Welt zusammenbricht. Wir sollten dann jedem einzelnen mit viel Verständnis und Mitgefühl begegnen, weil es ja uns alle irgendwie betrifft.

Alles was jetzt passiert führt letztendlich zum nächsten evolutionären Schritt, zum nächsten Bewußtseinsprung, zum Bewußtsein der Einheit. Der Weg dorthin ist aber noch sehr lang, holprig und schmerzhaft. Bei vielen wird dieser Übergang an den Grundfesten rütteln, Häme und Spott für Leute wie mich hervorrufen, die etwas von einer neuen Zeit "fasseln", aber letztendlich gibt es keine Alternative mehr, dafür wurde zu viel auf die Spitze getrieben, davon bin ich überzeugt.

Auch der längste Weg beginnt mit einem ersten Schritt! Du genau du, der das gerade liest, willst du diesen ersten Schritt in ein neues Bewußtsein wagen?!
Herzlich Willkommen! Du bist nicht alleine auf diesem Weg, es gibt viele andere und viele werden noch kommen, nur gehen musst du ihn ganz alleine, du musst dich bewusst dafür entscheiden! Wann willst du anfangen? Wie wäre es mit Heute, HIER und JETZT.

"Die Rosen unter meinem Fenster verweisen nicht auf frühere Rosen oder bessere; sie sind, was sie sind; sie existieren in Gott, heute. Zeit gibt es für sie nicht. Da ist nur die Rose; sie ist vollkommen in jedem Augenblick ihres Daseins. Der Mensch aber verschiebt oder erinnert; er lebt nicht in der Gegenwart, sondern beklagt mit rückwärtsgewandtem Blick die Vergangenheit oder steht, der Reichtümer, die ihn umgeben, nicht achtend, auf den Zehenspitzen, um die Zukunft vorauszusehen. Er kann nicht glücklich und stark sein, bis er mit der Natur in der Gegenwart lebt, außerhalb der Zeit."
Ralph Waldo Emerson

Sonntag, 5. Dezember 2010

Zeit der Wahrheiten

Momentan weiß man fast gar nicht wo man anfangen soll, soviel tut sich weltweit. Heute möchte ich mit ein paar persönlichen Gedanken zu den Vorgängen die in der Welt geschehen anfangen, um dann eine Überleitung zu meinem jetztigen Leben und den damit verbundenen Entwicklungen zu finden.
Jeder der mit einem einigermassen wachen, offenem Bewußtsein durch die Welt geht und beobachtet, wird feststellen können wir befinden uns in einer besonderen Zeitqualität.

Auf der einen Seite nimmt unserem schnellebige, technokratische Wohlstandsgesellschaft immer mehr an Fahrt auf, immer neuere Techniken, immer mehr Reize, damit immer mehr Anforderungen an den modernen Menschen, der versucht in dieser Schnellebigkeit nicht den Überblick zu verlieren.
Auf der anderen Seite macht es dieses Internetzeitalter möglich, das wir innerhalb von wenigen Klicks auf diversen Blogs, Homepages und Videoportalenn, alles über neue Wahrheiten oder Aufklärung erfahren können, von geheimen US-Botschaftsdepeschen bis zu dem Fund eines neues Bakterium in einem See in Kalifornien durch die NASA, das anstatt von Phosphor Arsen (Gift!) in seine DNA-Struktur mitaufnimmt und damit lebt, also ein ganz neues Bild auf die Entstehung von Leben wirft, jahrzehntelange Überzeugungen über Bord wirft.
Offensichtlich ist es so, das vieles was bisher als gewohnt, richtig, wissenschaftlich erwiesen, politisch korrekt angesehen wurde, neu gedacht werden muss. Der Normalbürger an sich, der in seinem gewohnten Umfeld lebt, mit der scheinbaren Sicherheit eines bürgerlichen Weltbildes das über die Jahrhunderte durch Wissenschaft, Religion, Politik und Medien geprägt wurde, fängt nun an, vieles was als normal und gegeben gesehen wurde, zu hinterfragen!
Und dies kann ich meinen Augen kein Zufall sein, wenn man versucht alles in einem Gesamtzusammenhang zu sehen!

Somit habe ich meine Überleitung von der grossen Weltbühne auf mein kleines bescheidenes Leben, nämlich mit der Aussage mit offenem, wachen Bewußtsein durch die Welt zu gehen, und vor allem, bestehendes zu hinterfragen! Diese Prämisse war eine der Bewegründe meinen ganz persönlichen Wandel im Herbst letzten Jahres einzuleiten, nach jahrelangem "beobachten" und ja auch erkennen, zuerst altes zu hinterfragen, es dann zurückzulassen und neues zu wagen. Dieses neue, dieser Aufbruch ins Unbekannte war für mich zur damaligen Zeit mit dem Reisen verbunden.

Nun ist es aber so, das seitdem ja schon einige Zeit vergangen ist, ich viel gesehen,gefühlt und erlebt habe, viele Gespräche geführt habe, gerade auch in letzter Zeit vermehrt mit Leuten in Deutschland über meine jetzige Lebensform. Und dabei musste ich feststellen das es durchaus auch sehr kritische Meinungen gibt. Das ist auch gut so! Das war mir von Anfang an klar, ja ich stelle mich dem, nehme das auf, und möchte auch ein Stück weit polarisieren! In gewisser Form um auch als Spiegel zu wirken, damit jeder in dieser Polarität sein eigenes reflektieren, ja vielleicht auch hinterfragen kann! Nur das jetzt kein falscher Eindruck entsteht, ich bin alles andere als ein Apostel oder Missionar, schon aus meiner ureigensten charakterlichen Überzeugung liegt mir jede Form von missionieren fern, verwehre mich selbst gegen jeder Form von ideologischer Missionierung, vor allem religiöser Natur!

Aber gut, nun stelle ich mich zuerst mal den "Spiegeln" die ich bekommen habe, und reflektiere mein jetziges Reise- Leben.
Ein Gespräch erst vor wenigen Tagen mit einem Freund bei einem Glas Bier gab mir doch stark zum denken. Seine Aussage war, kurz gefasst, wenn ich nicht die Möglichkeit hätte immer wieder zu meiner "Basis" in Deutschland zurückzukehren, um dann dort bequem und ohne weitere Mehrkosten zu leben um sich neue Reiseideen auszudenken, dann wäre ich heute schon lange nicht mehr in der Weltgeschichte unterwegs, ja meinte er, dann müsste ich mir ganz andere Gedanken machen, wäre vielleicht sogar schon ein Sozialfall (Hartz IV), da das ganze Geld verprasst wurde, oder müsste irgend ein ungeliebten Job annehmen um überhaupt gerade so über die Runden zu kommen!
Zuerst einmal kann ich dabei auch eine gewisse Sorge raushören nicht abzurutschen, was wiederrum für ihn als Freund spricht, und mich freut, andererseits sage ich ihm auch ganz deutlich, mein Lieber, wenn du das bisher so aufgefasst hast, hast du rein gar nichts von dem erfasst worum es mir von anfang an ging und heute noch geht!

Nun natürlich stell ich mir schon ab und an die Frage nach der Aussenwirkung, woran kann das liegen, und will mir heute mit diesem Eintrag die Mühe machen, ein Wenig mehr Licht ins Dunkle zu bringen, Hinweise für meine Entscheidungen, für meine Beweggründe zu geben, nicht als Rechtfertigung, nein unter Berücksichtigung des anfänglich Geschilderten, im Kontext einer besonderen derzeitigen Zeit der (neuen) Wahrheiten.
Der erste Impuls der mir kommt, und das habe ich eigentlich bei all meinen bisherigen Posts versucht zu lösen, ist die Schwierigkeit, Erlebtes, Gedanken, Empfindungen denen man im Aussen begegnet ist, innerlich zu verarbeiten, intellektuell aufzubereiten und dann in Form von Worten für ein breites Publikum so auszudrücken das es verständlich, unterhaltsam und auch mal tiefgründig ist. In meinen Augen liegt dort eine erste sprachliche Beschränkung, da man zwar versuchen kann vieles in Worte zu packen, es aber manchmal nur sehr rudimentär wiedergibt was man innerlich empfunden hat.
Das zweite ist, das sich die Motivationen für die Reise von Beginn an immer wieder geändert hat, und heute noch tut, ich gehe soweit zu sagen, am Anfang ging es überwiegend um Außen, Natur, neue Länder ,Leute usw., mittlerweile geht es immer mehr in Richtung einer inneren Reise, wobei natürlich das Äußere nachwievor sehr wichtig ist (Wie im Außen, so im Innern. Wie im Großen, so im Kleinen)

Nicht der materielle Reichtum ist unser Ziel, da wir nach unserem Tod sowieso alles zurücklassen müssen, sondern die persönliche Bewusstseinsentwicklung.

(von einem Blog)

Das dritte und letzte ist, das ich immer versucht habe, und so auch nach "Aussen" kommunziert habe, auf mein Gefühl, meine Intuition oder mein Herz (es gibt neue Forschungen die zeigen, das es im Herzen tatsächlihch ein ähnliche neuronale Struktur gibt wie im Gehirn ) zu hören.
Und vor allem, unterwegs auf die Umstände zu reagieren die halt jeden Tag neu und unerwartet sind. Wenn man diese beiden Punkte berücksichtigt, ist vieles einfacher zu verstehen, finde ich.
Ein paar Beispiele: mein Job im Hotel in Tokio habe ich nur bekomme,weil ich mich schnell entscheiden musste, und den ersten Job kündigte, was nicht leicht war aber im nachhinein absolut richtig war. Nach meinen Aufenthalt im Kloster, wurde mir nach einem Kassensturz ganz schnell klar, leider, wirklich leider, reicht es nicht mehr für einen längeren Aufenthalt in Japan. Nach den ersten Wochen mit dem Rad durch Deutschland in diesem Sommer, vielen netten Begegnungen und wechselnden Landschaften, konnte ich aber auch sehen, wie anstrengend es ist jeden Abend und jeden Morgen alles auf und abzubauen, vor allem wenn man allein unterwegs ist, und wie weit es noch bis zur wirklich unberührten Natur in Nordschweden ist. Es war ein täglicher Abwägungsprozess, zw. Kosten, Mühen, Wetter, Motivation und der Frage was kommt danach! Trotzdem möchte ich diese Wochen und Erfahrungen nicht missen, dies alles waren weitere Puzzleteile im großen Mysterium, und danach kamen wieder neue.

Der bekannte Reiseautor Andreas Altmann schrieb in seinem letzten Buch:

"Mir fällt ein, das einer der Beweggründe für das Reisen der Wunsch ist, das zu verlassen was man schon kennt, eben das, was einem vertraut ist, ja oft schon ermüdetet, schon lange nicht mehr begeistert. Das Verlangen nagt dem Treibsand der Wiederholung zu entkommen. Und man zieht los, um das aufzusuchen, was fremd ist, unvertraut."

Dieses Zitat aufgreifend sehe ich diesen Blog in seiner Form als Onlinetage/reisebuch als mein Ausdrucksmedium für das Fremde, Unbekannte, für alles bisherige und alles zukünftige, für die Berichte von unterwegs UND verstärkt für die inneren und äußeren Entwicklungen in mir und in der Welt um mich herum, immer mit einem offenen Herzen und wachen Verstand!

Nach knapp einem Jahr war mir dies mal wichtig zu erwähnen, quasi als erstes Resumee. Viel Vorausplanen und Ankündigen möchte ich nachwievor nicht, erhöht auch die Spannung und Neugier der interessierten Leser was noch kommt, aber eins kann ich heute schon sagen, der nächste Bericht wird wieder mehr mit kuriosen und witzigen aus der Welt gespickt sein. In zwei Tagen geht mein Flieger nach Indien!

Genug der Worte für heute. Passend dazu zum Abschluss ein Zitat von Lao-tzu:
"Jene die wissen, sprechen nicht. Jene die sprechen, wissen nicht"