Posts mit dem Label Nord-Ostseeradtour werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Nord-Ostseeradtour werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 13. August 2010

Routenverlauf + Statistik


Route Nord-Ostseetour 2010 auf einer größeren Karte anzeigen


Für alle Statistik Fans, hier einige Daten der Tour:

Gesamt-KM: 2.120
Durchschn. Tages KM: 58,90
KM in Deutschl.: 1.497
KM in Dänemark: 623
Gesamtdauer/Tage: 39
Längste Etappe: 105,70
Kürzeste: 31,73


In Deutschland bin ich auf folgenden Fernradwegen gefahren:

Hessen: R6 bis Lauterbach
R1 (Fuldaradweg) bis Hann.Münden

Niedersachsen/Bremen/Schleswig-Holstein: Weserradweg kpl. bis Cuxhaven
Nordseeküstenradweg bis Grenze Dänemark
Ab Fehmarn Ostseeküstenradweg bis Kiel
Ab Kiel Nord-Ostseekanal bis Rendsburg
Ab Rendsburg bis Hamburg Ochsenweg (schlecht beschildert)

Dänemark: North Sea Cycle Route/Route 1; Route 8 durchs Landesinnere und über die Insel Fyn, Langeland und Lolland.

Donnerstag, 12. August 2010

Nord-Ostseeradtour 2010

Befinde mich seit gestern abend wieder im "Basislager"! Zum Glück hatte ich von Hamburg aus, einen Fahrradstellplatz reserviert, geht wohl auch ohne im IC, aber nach dem was sich gestern dort alles abgespielt hat, wirklich nicht zu empfehlen.
In Hannover stieg eine Grossfamilie mit 4 oder 5 Rädern hinzu. Sofort fing der Familienpatriarch an Kommandos an seine Kinder zu verteilen auf welche reservierten Stellplätze sie die Räder stellen sollten. Dann kam es wie es kommen musste, auf einen dieser Plätze stand ein Rad von einer Frau die nicht reserviert hatte. Der Zug fing schon wieder an zu fahren, der Platzhirsch wurde immer hektischer. Sofort ging er ins Abteil stellte sich vorne hin und brüllte in die Menge: "Wem sein Rad steht auf Platz 158?" Schüchtern meldete sich die Frau "das ist wohl meins".
" Sie stehen auf meinem reservierten Platz, sehen Sie zu das Sie dort wegkommen."
Mittlerweile war aber das Fahrradabteil schon randvoll mit Rädern, Ferienzeit, Sommer somit Hochsaison auch was die Fahrradmitnahme in Zügen betrifft.
Also schlussfolgerte die Dame richtig " was soll ich denn machen, wo soll es hin?"
" Das ist Ihr Problem nicht meins " raunte der Familienbulle zurück!
Ich merkte, wie langsam bei mir der Unmut stieg. Die Frau stand dann schliesslich auf, ging in das Fahrradabteil das voll war mit Rädern, lauten Kindern und einem unfreundlichem Familienvater.

Irgendwie gab es dann doch eine Lösung, die Frau hing ihr Fahrrad in einen der letzten freien Ständer und der Familievater konnte sich langsam wieder runterfahren.
Ich überlegte so bei mir selber, wie würde ich reagieren wenn ein Rad auf meinen reserviertem Stellplatz steht? Nun wie so oft, Macht der Ton die Musik.

Und darum geht es mir auch, darum schildere ich dies kleine Episode hier so ausführlich. Für mich ist dies ein gutes Beispiel für die hässliche Fratze der Selbstsucht und Egozentrik, die leider immer häufiger zu beobachten ist.
Ob der geldgierige Campingplatzbetreiber an der Ostsee (" Dann kriege ich von Ihnen 12,30 €" - kein einziges Wort des Dankes, wer ist hier Koch und wer Kellner?), oder der herab lassende Herbergsvater von der JH in Husum der anscheinend über die Jahre "betriebsblind" geworden ist, oder last but not least der Besitzer der Naturzeltplatzes in Dänemark der mir am Tag der Ankunft sagte, "all same price" und bei der Abreise das doppelte verlangte, weil dann auf einmal die schmutzige und stinkige Holzhütte in der ich geschlafen hatte nicht mehr "same price" war.

Dies alles sind so kleine Geschichten die man unterwegs erlebt und jetzt nach Abschluss der Tour noch einmal gedanklich durchlebt.
Vor allem aber sind es die netten, positiven und menschlichen Geschichten die am meinsten hängen bleiben und einem noch wochen oder monatelang später staunen und erfreuen lassen. Und auf diese möchte ich mich konzentrieren, den Strahl der Aufmerksamkeit lenken.

Allen voran ist dort meine letzte und gleichzeitig gastfreundlichste und menschlichste Begebenheit zu erwähnen. Kurz vor Neumünster stand ich in einem kleinen Dorf, schaute auf die Karte, hatte mich ein wenig verfahren und wurde prompt von einer Frau um die fünfzig angesprochen. Wie sich herausstellte war Sie die Frau des Bürgermeisters dieser Gemeinde und bot mir nach ca. 5 Minuten an, das ich eine Nacht bei Ihnen in der Gartenlaube schlafen könnte. Nach kurzem Überlegen nahm ich das Angebot dankend an und bekam somit nicht nur eine kostenfreie Nacht auf einer Matratze, nein auch noch ein Mittag- und Abendessen und am nächsten Morgen zum Abschluss ein Frühstück. Der Angebotene Obolus wurde freundlich abgelehnt und so konnte ich mich nur mit tausend Dankesgrüssen und dem Hinweis " Schön das es noch solche Leute gibt" in einen sonnigen Radeltag verabschieden.
In diese Reihe der schönen Erlebnisse können sich auch unzählig kleine Episoden einordnen, die vielen freundlichen und hilfsbereiten Passanten die ich nach dem Weg gefragt habe, der Mann der mich in Hamburg kostenfrei auf ein öffentl. WC gehen lies (0,60€), die Frau die mir die Taschen mit in den Zug trug, die Hilfs - und Gastfreundschaft der Berliner Radler Mandy und Alex, und nicht zuletzt all die anderen kleinen Freundlichkeiten im Allag eines Radwanderers.

All dies zusammen und im Wechsel, gepaart mit der atemberaubenden Natur, den Entbehrungen und Erfüllungen, der Sonne und dem Regen, dem Sturm und der Stille, der Hitze und der Kälte, all dies macht so eine Tour aus, prägt, formt und inspiriert einem zum Nachdenken über das Leben und neue Touren, wie einfach und schön es sein kann, ohne Konsum, Überfluss und Statussymbolen!

Tja und so freue ich mich jetzt die simplen Dinge des "täglichen Lebens" geniessen zu können, eigene Dusche, eigens WC und Bett. Manchmal kann es so einfach sein!

Donnerstag, 22. Juli 2010

Husum

Da ja gestern ein "besonderer Tag" war, wollte ich zur Feier des Tages mir einen schönen Nachmittag machen. Wählte mir dafür St. Peter Ording aus. Naja war wohl nicht die beste Wahl?! Es ist ja sowieso schon Hauptsaison und dementsprechend voll. Nur kam noch hinzu das in St. Peter dieses Wochenende die Kite-Surf WM stattfindet, und somit noch voller.
Habe gerade noch einen völlig überteuerten Platz auf Campingplatz bekommen. Wenigstens die kühle Nordsee konnte ich noch testen, bevor dann der Regen mit Sturm kam. Als es dann gegen Abend aufhörte, wollte ich noch was essen gehen. Dafür war es dann in dem ausgewählten Restaurant auch zu spät, da die Küche schon zu hatte.
So beendete ich diesen "besonderen Tag" mit einem Stück Kuchen und einem Erdinger Alkoholfrei:-)

Seit Beginn der Tour leide ich tagsüber an "chronischer Müdigkeit". Bin damit wohl nicht allein, da ich dies schon von anderen Radlern gehört habe. Somit beschloss ich es heute wieder etwas ruhiger angehen zu lassen und vor allem, das letzte mal in einem deutschem Bett zu schlafen.
Also war mein Tagesziel Husum und die dortige Jugendherberge, mit einem mürrischem Herbergsvater.
Naja wie es mal wieder der Zufall so wollte, bin ich in meinem 4-Bett Zimmer mit einem Dänen zusammen, der per Rad in Deutschland unterwegs ist und sogar noch deutsch spricht! Ideale Voraussetzungen für einen ausgiebigen Erfahrungsaustausch:-)

Gestern habe ich die 1000 km Marke erreicht. Morgen werde ich bis nach Dänemark kommen und kurz hinter der Grenze mein Zelt aufschlagen. Habe von dem Dänen auch noch mal bestätigt bekommen, das es in D. einfach, kostenlose Zeltplätze gibt, genau das was ich suche. Soll darüber sogar eine Karte geben. Habe versucht hier in Husum einen zu bekommen, ohne Erfolg, also werde ich mir diese in Dänemark besorgen. Welche Route ich dann in D. fahre weiss ich noch nicht, entscheide ich wenn die Karte vor mir liegt.

So das soll mein letzter Post aus Deutschland und wieder mal McDonalds gewesen sein. Mal sehen wie es in D. mit Hotspots und Internetzugang aussieht. Die Freehotspots bei Mc D. wird es wohl so nicht geben. Kann also sein, das es eine weile dauert bis ich wieder online bin...
Melde mich dann wieder mit gesammelten Eindrücken zurück:-)

Mittwoch, 21. Juli 2010

Büsum

Sitze gerade in einem Strandhotel bei einer Tasse Tee und kann hier mal unbegrenzt surfen, auch was feines. Gestern bin ich hier in Büsum, an der Nordsee, angekommen. Typischer Touristenort wo man für einen Strandbesuch Kurtaxe zahlen muss. Naja der Campingplatz am Deich war ok. Konnte dort nach 2 Wochen endlich mal meine ganzen Klamotten in einer Waschmaschine durchwaschen.

Die letzten 2 Tage bin ich mit einem Berliner Paar zusammen gefahren. Habe die beiden im Bremerhaven getroffen, waren auch auf dem Weserradweg unterwegs. Man war sich sympatisch und so sind wir einen Tag zusammen gefahren. Die beiden sind "alte Hasen" was Radtouren angeht, verbringen immer Ihren gesamten Jahresurlaub auf dem Drahtesel und haben somit einige tausend Kilometer auf deutschen und europäischen Radwegen abgespult. Naja für mich war es zuerst mal eine Umstellung, erstens in einer Gruppe zu fahren und zweitens bei Ihrem Tagespensum mitzuhalten, das meistens bei 100 km liegt.
Aber ich denke ich habe mich wacker geschlagen, mich schnell angepasst was das Fahren in einer Gruppe angeht, und habe nebenbei am Montag mit den beiden meinen bisherigen Tagesrekord von Cuxhaven nach Brunsbüttel (105km) aufgestellt! Ja ich konnte danach noch gehen:-)
Also auf diesem Wege noch mal herzlichen Dank Mandy und Alex für die schöne Zeit mit euch und eure tolle Unterstützung!

So bin ich nun wieder allein unterwegs, geniesse die persönliche Freiheit, das anhaltende Hochdruckwetter und bestreite immer mit einer leichten Brise um die Nase meinen Weg weiter gen Norden..

Freitag, 16. Juli 2010

Bremen!

Der Weserradweg nähert sich dem Ende. Bin gestern in Bremen angkommen, habe vor der Stadt bei einem Kanuclub gezeltet. Später kam noch ein anderer Radler dazu, wir haben bis halb eins draussen gesessen und geredet. Entsprechend müde bin ich heute:-)
Nach Bremerhafen muss ich mit der Fähre übersetzen, um dann die letzten Kilometer bis nach Cuxhaven und somit der Mündung der Weser ins Meer zu folgen.
Läuft bisher alles ganz gut, Wetter nachwievor sonnig und heiss. Verpflege mich nachwievor fast ausschließlich selber, tagsüber Obst und Snacks, abends wird der Kocher angeschmiessen.
Fahre momentan im Tagesdurchschnitt um die 55 KM. mehr als 80 möchte ich am Tag nicht fahren, mit meinem Gepäck ist das die Höchstgrenze.

Samstag, 10. Juli 2010

Weserradweg

So bin nun seit fast 1 woche unterwegs. Zuerst ging es auf dem R1 die Fulda hoch bis nach Hann.Münden. Dort fliessen Fulda und Werra zusammen und es entsteht die Weser, und somit auch der start für den Weserradweg.
Wetter ist bisher bombenheiss, tagsüber um die 35 Grad. Sitze gerade in Holzminden im Mc Donalds, dort gibt es für 1 std. einen kostenlosen hotspot.
Sehr schöne Landschaft, fahre durchs Weserbergland. Viel Kontakt zu anderen Radlern gehabt, die meisten staunen über mein Gepäck. Tja die meisten Radler die ich gesehen habe, machen tagestouren, dafür bräuchte ich auch nur 2 taschen:-)
Bisher eigentlich nur einen Langzeitradler wie mich getroffen, ein Holländer der von Prag aus gestartet ist und nun zurück nach Holland fährt.
Ansonsten habe ich noch einen Zimmerman auf der Walz getroffen,der seit 4 jahren quer durch Europa gewandert ist. Nun macht er seine letzte Tour durch Deutschland, von der südlichsten Gemeinde bis nach Sylt, die nördlichste Gemeinde. Danach ist seine "Walz" beendet und er kehrt zurück in sein Dorf in der Nähe von Hamburg. Wir haben emailadressen getauscht, wenn ich in der Nähe bin kann ich jederzeit vorbeikommen, außerdem hat er mich zu seiner "Back at home" Party eingeladen. Wer weiss, Richtung Norden will ich ja:-)

Samstag, 3. Juli 2010

Back on the road...

Nach fast 8 Wochen in der alten Heimat, kann ich morgen endlich sagen: Es geht wieder los! Zurück mit dem Rad auf die Strasse, in die Natur, in die weite der Welt.
Nun kann ich die Tour nachholen die ich letztes Jahr im Herbst abbrechen musste, auf Richtung Nordeuropa. Die Hitze und Trockenperiode soll die nächsten Wochen noch anhalten, eigentlich schon zu heiss zum radeln, aber lieber so als 10 Tage Regenwetter.

Die Erfahrung meiner letzten Touren ob zu Fuss oder mit dem Rad hat gezeigt, um so weniger du planst, desto mehr trifft dich der Zufall! Mit dieser Devise wird es dann morgen früh los gehen, zuerst mal Richtung Nordseeküste und dann sehen wir weiter!
So kostengünstig und naturnah wie möglich ist nachwievor die Devise, das heisst Zelt und Kocher sind wieder dabei, nun sollte es weniger schwierig sein einen Campingplatz zu finden!

Die Tage in der Heimat waren für mich in vielerlei Hinsicht sehr interessant und erkenntnisreich. Durch verschiedene Ereignisse, Begegnungen und Gedanken sind mir so einige Dinge klarer geworden. Unter Strich kann man sagen, das ich mir wieder ein Stück näher gekommen bin, und meinen weiterem Lebensweg klarer sehe und weiterhin folge!
Was dies genau bedeutet wird sich in den nächsten Wochen und Monaten immer mehr herauskristallisieren, davon bin ich überzeugt.
Nebenbei habe ich nun die letzten finanziellen und sonstigen "Fesseln" des bürgerlichen Lebens gelöst, und bin nun wirklich frei für einen neuen Lebensbschnitt.

Aber nun freue ich mich zuerst mal wieder auf mein nächstes Abenteuer, auf den Schweiss, die körperliche Entbehrung, den nagenden Hunger, die morgendliche Frische, den Sonnenuntergang, den Klang der Natur und unzählig vielen anderen Dingen.
Raus aus den verkrusteten Strukturen, der Ordnung und der vermeintlichen Sicherheit, weg von den Neidern, Besserwissern und Egomanen. Rein in das Ungewisse, chaotische, Intuitive, Schicksalhafte, Menschliche und Verbindene!

In diesem Sinne wünsche ich mir viel Spass beim erleben und euch hoffentlich viel spass beim verfolgen des Blogs.


P.S. Es gibt neue Bilder auf dem Stream.