Sonntag, 23. Oktober 2011

Split: Regen, Lärm und nasse Füsse

Claude Marthaler (Worldcyklist): " Man muss in der Lage sein, alles essen und überall schlafen zu können, Lärm, Staub, und die Härten des Klimas zu ertragen und es darf einen nicht stören, fast so gut wie keine Intimspähre zu haben."


Tag 40

Der Himmel war schon bewölkt Ich wusste aus dem Internet, das es heute oder morgen regnen soll. Heute werde ich auf jeden Fall Split erreichen. Ich hoffte, bevor der Regen began. Ganz so viel Glück hatte ich dann doch nicht.

Früh ging es wieder los. Ich wollte so schnell wie möglich nach Split, dort auf dem örtlichen Campingplatz, von dem ich wusste, das er das ganze Jahr geöffnet hatte. Und bei dem ich nicht auf armen Weltumradler machte konnte, das war schon klar. Dafür freute ich mich auf eine warme Dusche.

Nach Kastel Stari began der Wahnsinn. Es gab nur einen Strasse nach Split. Und diese war eine zweispurige Schnellstrasse. Was sollte ich machen? So trat ich kräftig in die Pedale, und nach 10 Km hatte ich es geschafft.
Schon von Kastel Stari aus, ist Split zu sehen. Das Bild was es da von sich gibt ist alles andere als schön. In den ganzen Hochglanzprospekten, liesst man immer von kulturellem,sehenswürdigen Split. Zunächst einmal ist es eine Großstadt mit über 200.000 Einwohnern. Und genau so eröffnet sich Split auch auf den ersten Blick: überfüllte Strassen, Lärm, Abgase, weisse Betonglötze mit Balkonen die mit SAT-Schüssel und Air-Condition verziehrt sind. Kein Unterschied zu Bratislava, Warschau oder Offenbach am Main!

So schnell wie möglich ins Zentrum! Wo ist die "Perle der Adria", neben Dubrovnik. Ich hoffte sie am Hafen zu finden, aber vor allem den örtlichen Campingplatz.
Zur Feier des Tages, und meiner Ankunft in dieser wunderbaren Stadt, gönnte ich mir einen veg. Dönner. Und prompt als ich dort saß, fing es an zu regnen. OK, zuerst mal war ich im trockenen. Aber so wie der Himmel aussah, dicht bewölkt, würde es so schnell nicht aufhören.
Die Regenhose war ganz unten in der Tasche, und ich einfach zu bequem sie rauszukramen. Irgendwie werde ich schon halbwegs trocken in das Zentrum kommen.

So war es auch. Mit einem Wechsel von Fahren und Unterstellen, schaffte ich es bis zur Tourist-Info. Dort erfuhr ich dann, das der Campingplatz, rund 10 KM in einem Vorort liegt.
Toll! Und eben hatte es sogar aufghört. So schaute ich mir ein wenig die Hafenpromenade an.
Es ist wirklich nichts besonderes, was es nicht zigfach in anderen Städten gibt. Eine lange Promenade, mit Palmen, und Sitzbänken, und einem Cafe nach dem anderem. Alte Ruinen die einiges über die Geschichte von Split erzählen. Falls man sich dafür interessiert, oder einer Reisegruppe mit Führer angehört. Die gab es dort zu hauf, Japaner, Engländer, ein Bus nach dem anderem, spuckte die Massen aus.
Alles nicht mein Ding, alte, zerfallene Gebäude und Ruinen, habe ich schon in genügend Ländern gesehen. Ganz zu schweigen von den Kirchen. Meer, Berge, Landschaften, Begegnungen, das ist für mich das Leben, das JETZT stattfindet, alles andere ist Geschichte, und somit Vergangenheit.

Und so began mein Regenfahrt. Die ganzen 10 KM bis zu dem Campingplatz regnete es. Zudem musste ich wieder ein Stück über eine Schnellstrasse. Triff naß betrat ich irgendwann die Rezeption des riesigen Campingplatzes. Meine Stimmung war eine Mischung aus wütend, gereizt und der Lust dies an jemanden auszulassen. Einfach shit.
Als mir dann die Dame noch den Preis für eine Nacht mitteilte, war ich kurz davor über die Theke zu springen. Aber ich hatte keine Wahl, zumal man getrost mit dem Wasser in meinen Schuhe, ein Bad hätte nehmen können. So ist der Ausgleich manchmal, 3 Tage gespart, 1 Tag (zuviel) bezahlt.

So zog ich mich im Raum mit den Waschmaschinen um, hing dort meine nasse Kleidung auf, wartete bis der Starkregen in Nieselregen überging, und baute mein Zelt auf. Warme Dusche, warmes Essen, und die Überlegung was ich morgen mache! Gute Nacht

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